Feierten das 50jährige Bestehen: OB Wolfgang Reiniger, Prof. Dr. Hubertus Gaßner (Direktor Museum Folkwang), Prof. Dr. Peter Zec; Dr. Florian Hufnagl (Direktor der Neuen Sammlung, Pinakothek der Moderne)...
...sowie Kulturdezernent Oliver Scheytt, Vorstandsvorsitzender des DZ NRW Markus Ferstera; Prof. Dr. Peter Zec; Intendant der Philharmonie Michael Kaufmann; Festredner Prof. Birger Priddat und OB Wolfgang Reiniger
Markus Ferstera, Vorstandsvorstizender DZNRW, bei der feierlichen Ansprache
Johannes Witt, Bundespreisträger "Jugend musiziert", lieferte am Marimbaphon den musikalischen Rahmen des Abends

06.10.2004

50 Jahre Design Zentrum Nordrhein Westfalen

Eine Institution feiert ihre Vergangenheit mit Blick in die Zukunft

Sein 50-jähriges Bestehen feierte das Design Zentrum Nordrhein Westfalen am 01. Oktober 2004 mit einem Festakt und rund 150 geladenen Gästen in der neuen Philharmonie in Essen.

 

Das Design Zentrum war 1954 durch die Firma Krupp und den Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) als eine der ersten Institutionen seiner Art in Essen gegründet worden. Anlässlich des Jubiläums gab Professor Peter Zec, Leiter der Institution, einen klaren Kurs für die kommenden Jahre vor: „Die Zukunft des Design Zentrums sowie des Wettbewerbs ‚red dot design award‘ liegt in seinen internationalen Aktivitäten“, so Zec.

Der Philosoph und Volkswirt Professor Birger Priddat von der Zeppelin University in Friedrichshafen hielt die Festrede und ging in seinem Vortrag der provokanten Frage nach, wieso das Design Zentrum entgegen aller Wahrscheinlichkeit 50 Jahre überlebt habe. Das Design Zentrum Nordrhein Westfalen habe sich im Laufe der vergangenen Jahrzehnte immer wieder an die sich wandelnden äußeren Gegebenheiten angepasst. Sein Fazit: „Eine Organisation bleibt nur dann das, was sie ist, wenn sie sich verändert. Nichts ist beständiger als der Wandel.“

Peer Steinbrück, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, fasste den Weg des Design Zentrums in seinem Grußwort kurz zusammen: „Die Einrichtung in Essen hat sich von der anfänglichen ‚Produktschau formschöner Industrieerzeugnisse‘ zu einem internationalen Kommunikations- und Qualifizierungszentrum entwickelt. Weltkulturerbe und red dot – was vermag da einander mehr zu schmücken?“ Auch Wolfgang Reiniger, Oberbürgermeister der Stadt Essen, attestierte dem Design Zentrum, seit seinem Umzug nach Zollverein einen Quantensprung in seiner Entwicklung bewerkstelligt zu haben.

Der Blick des Leiters des Design Zentrums richtete sich dagegen mehr auf die Zukunft als die Vergangenheit. Professor Peter Zec: „Wir wollen künftig unser Engagement im Ausland noch verstärken. Es zieht uns mehr und mehr in die Ferne.“

In der Tat ist das Design Zentrum bereits auf dem besten Wege dorthin: Der red dot design award gilt bereits seit Jahren als einer der größten und renommiertesten internationalen Designwettbewerbe. Zec selbst ist in Personalunion designierter Präsident des Weltdachverbandes der Designer „ICSID“ (International Council of Societies of Industrial Design), und als international agierende Institution verfügt das Design Zentrum Nordrhein Westfalen über eigene Repräsentanzen im asiatischen Wirtschaftsraum. Darüber hinaus besteht eine lebendige Kooperation mit anderen Designförderinstitutionen im Rahmen von EU-Projekten. So erreichten das Design Zentrum denn auch zahlreiche Glückwünsche von Designpersönlichkeiten aus aller Welt.

Sorgen um die Zukunft scheint sich das Design Zentrum Nordrhein Westfalen also auch in konjunkturell schlechten Zeiten nicht machen zu müssen. Ganz im Gegenteil arbeitet es bereits an einer Ausweitung seiner Aktivitäten. Zec: „Ein neues Designzentrum wird gerade im Auftrag der belgischen Stadt Genk entwickelt. Außerdem haben wir ähnliche Pläne für Singapur und die USA.“

Der Vorstandsvorsitzende des Design Zentrums, Markus Ferstera, zeigte sich stolz auf die Arbeit der Institution und die Bedeutung des red dot design award, der jetzt zum 50. Mal ausgeschrieben wird: „Von uns ausgezeichnete Produkte setzen häufig neue, internationale Standards“, so Ferstera.

Eigens von Michael Kaufmann, Intendant der Philharmonie Essen, zusammengestellt war das abwechslungsreiche musikalische Rahmenprogramm des Abends mit Auftritten des Marimbaphon-Spielers und Bundespreisträgers „Jugend musiziert“, Johannes Witt, sowie des Perkussions-Ensembles „Audio Tre“ aus Amsterdam.

Jubiläumsbuch

Das 50-Jahr-Jubiläum nahmen die Autoren und Journalisten Claudia Wanninger und Frank A. Reinhardt zum Anlass, tiefer in die Geschichte des Design Zentrums Nordrhein Westfalen einzutauchen. Aus ihrer Recherche heraus entstand das Buch „Die rote Linie – Auf der Suche nach Spitzenleistungen im Design“, das gerade beim Verlag avedition erschienen ist. Für Insider wie für all jene, die sich dafür interessieren, was ein Designzentrum eigentlich macht, bietet das Buch spannende Einblicke.

Mehr über das Buch erfahren Sie auf diesen Seiten.