08.03.2005

Ergebnisse des red dot award: product design 2005

Der Tod des universalen Konsumenten

Nach dem Wettlauf um die besten technischen Neuerungen in den vergangenen Jahren setzen Unternehmen jetzt zunehmend auf eine ausgefeilte und vor allem zielgruppengerechte Gestaltung, um sich im Wettbewerb zu behaupten. Die Bedürfnisse des Konsumenten rücken dabei mehr und mehr in den Vordergrund, wenn es darum geht, die ideale Form für ein Produkt zu finden. Das zeigen aktuell die Beobachtungen während der Jurierung des red dot award: product design 2005.

 

So haben die Designer nach Jury-Ansicht etwa im Bereich „Wohnen und Schlafen“ ihre Hausaufgaben gemacht: Sie haben die Verbraucher beobachtet und erkannt, dass es keinen „universalen Konsumenten“ gibt. Jetzt bedienen sie bewusst die Ansprüche der unterschiedlichsten Zielgruppen. Es entstehen anspruchsvolle Designstatements, an die sich das Auge in manchen Fällen durchaus erst einmal gewöhnen muss.

Doch auch in weniger typischen Designdisziplinen wie dem Life Science Design, d. h. bei medizinischen Produkten, Geräten und Hilfen, tut sich sehr viel: Prothesen und Rollstühle werden sportlich, Untersuchungsapparate wärmer und freundlicher. Die Juroren lobten vor allem die in dieser Produktgruppe besonders wichtige sensible Gestaltung mit Blick für emotionale Aspekte sowie die innovativen Antworten auf schwierige technische Herausforderungen.

„Unsere jahrzehntelange Arbeit als Designförderer trägt jetzt flächendeckend Früchte“, so Professor Peter Zec, Initiator des red dot design award. „Ohne eine qualitativ sehr hochwertige Gestaltung geht heute fast gar nichts mehr. Das Designniveau ist stetig gewachsen – nicht nur im Hochpreissegment, sondern endlich auch im breiten Markt. Das führt zu einem verschärften Wettbewerb und hat zur Folge, dass Unternehmen in Zukunft noch innovativer werden und mittels Design eine langfristige Kundenbindung erreichen müssen.“

Durch diese Entwicklung wird es immer schwieriger, eine der Auszeichnungen in dem internationalen Designwettbewerb zu erhalten. Gleichzeitig nimmt jedoch die Bedeutung einer solchen Anerkennung für Unternehmen noch zu, ermöglicht sie es doch, mittels eines objektiven Qualitätssiegels für gute Gestaltung die eigene Innovationsleistung gegenüber Geschäftspartnern und Verbrauchern zu kommunizieren. Insgesamt wurden angesichts der erkennbar gestiegenen Designqualität von 1.857 eingereichten Produkten 421 mit dem red dot und weitere 33 Produkte mit dem red dot: best of the best für wegweisendes Design in ihrer Kategorie ausgezeichnet.

Preisverleihung und Sonderausstellung

Die feierliche Preisverleihung findet am 4. Juli 2005 im Essener Aalto-Theater statt. Die preisgekrönten Arbeiten werden in der Sonderausstellung „Design Innovationen 2005 – red dot award: product design“ vom 5. Juli bis zum 7. August 2005 im Essener red dot design museum gezeigt. Das red dot design museum beherbergt die größte ständige Ausstellung zeitgenössischen Designs weltweit.

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