
- v.l.n.r.: Annemarie Mayo (Malta); Chao Zheng (China); Bálint Pallag (Ungarn); Asli Börü (Türkei); Katrin Braun (Kanada); Professor Dr. Peter Zec (Design Zentrum Nordrhein Westfalen); Iris Prehn (Deutschland); Roland Weiss (Entwicklungsgesellschaft Zollverein); Susann Stiehl (Deutschland); The Phuong Nguyen (Vietnam); Flávio Carrasco (Brasilien); Judith Seng (Deutschland)
06.10.2006
Aufbruchstimmung auf Zollverein: Zehn Stipendiaten nehmen ihre Arbeit auf – Studien zum Thema „Universal Home“
Nachwuchsdesigner und -architekten aus aller Welt waren aufgerufen, sich um eines von insgesamt zehn Jahresstipendien zu bewerben, die im Auftrag der Entwicklungsgesellschaft Zollverein vom Design Zentrum Nordrhein Westfalen vergeben werden. Aus mehr als 50 Bewerbungen aus 24 Nationen wählten die drei Juroren, Professor Ron Nabarro aus Israel, der Architekt Professor Karl-Heinz Petzinka und Professor Dr. Peter Zec, Leiter des Design Zentrums und Präsident des Weltdesigndachverbandes Icsid, schließlich zehn Bewerber aus. Jetzt sind alle Visa bewilligt, die Formalitäten erledigt, Wohnungen angemietet und Arbeitsräume eingerichtet: Es wird ernst für die zehn Stipendiaten. Jetzt trafen sie sich zum ersten Mal in den Räumlichkeiten des red dot design museum zum gegenseitigen Kennenlernen und zum Einführungsvortrag in das Thema, mit dem sie sich in den kommenden 12 Monaten auseinandersetzen werden: „Universal Home“. Einen ersten Einblick in ihre Arbeit werden die Stipendiaten im Rahmen eines Symposiums am 15. November 2006 gewähren.
„Wir Juroren waren sehr erfreut, aus so vielen vielversprechenden Bewerbungen wählen zu können“, so Professor Zec, der das Projekt während der gesamten Zeit akademisch betreuen wird. „Ich denke, wir haben ein sympathisches Team zusammengestellt, das aus unterschiedlichen Persönlichkeiten besteht, die sich hervorragend zusammenfinden und ergänzen werden.“
Die sechs weiblichen und vier männlichen Stipendiaten sind zwischen 22 und 40 Jahre alt und stammen aus Brasilien, China, Deutschland, Kanada, Malta, der Türkei, Ungarn und Vietnam. Ein Jahr lang werden sie nun an dem Thema „Universal Home“ arbeiten und Ideen für ein generationsübergreifendes Wohnen entwickeln – ein wichtiges Thema in Zeiten einer immer älter werdenden Gesellschaft. In der einjährigen Forschungs- und Entwicklungsarbeit sollen die sechs Designer und vier Architekten Lösungen erarbeiten, wie eine solche Wohnsituation, die mitwächst, wandelbar ist und sich so den jeweiligen Erfordernissen anpassen lässt, aussehen könnte.
„Ich bin außerordentlich gespannt auf dieses Projekt und seine Ergebnisse“, so Roland Weiss, Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft Zollverein, in deren Auftrag das Projekt realisiert wird. „Es ist ein weiterer wichtiger Baustein bei der Förderung des Designstandortes Zollverein und könnte die Tradition, wonach mit dem Bau der Zechenanlage, den Umbauten des Kesselhauses und der Kohlenwäsche sowie dem Neubau der Zollverein School of Management and Design immer wieder wichtige architektonische Zeichen gesetzt wurden, mit seinen Ergebnissen zum Universal Home fortsetzen.“
Während der Projektarbeit werden den Stipendiaten Arbeitsräume zur Verfügung gestellt. Die Stipendiaten werden mit jeweils 1.000 Euro im Monat ein Jahr lang gefördert. Begleitet wird das Stipendium von Kolloquien unter der Leitung von Professor Peter Zec. Die Ergebnisse des Projekts werden in Form einer Dokumentation veröffentlicht.
Einige interessante deutsche Unternehmen konnten zur Unterstützung des Projekts gewonnen werden. Sie werden den Stipendiaten Einblick in ihre Forschungsarbeit gewähren und ihnen beratend zur Seite stehen. Zu dem Firmenkonsortium gehören Carpet Concept, Dorma, Duravit, Gardena, Kahla Porzellan, Keuco, Miele, Poggenpohl, Walter Knoll, Vaillant und WMF. Zum gegenseitigen Kennenlernen werden die zehn Nachwuchsdesigner und - architekten alle Firmen in den ersten Wochen besuchen. Danach aber ist intensives und konzentriertes Arbeiten gefragt, denn bereits am 15. November 2006 werden die Stipendiaten erste Ideen dem interessierten Fachpublikum in einem Symposium präsentieren und zur Diskussion stellen.
Hintergrund zum Stipendiatenwettbewerb
Das Design Zentrum Nordrhein Westfalen als Organisator des Stipendiatenprogramms verfügt durch seine mehr als 50-jährige Tätigkeit in der Designförderung über die Kompetenz und das Netzwerk, junge kreative Designer und Architekten aus aller Welt mit designorientierten deutschen Unternehmen zusammenzubringen. Durch die gemeinsame Arbeit an dem Zukunftsthema „Universal Home“ soll der Wissenstransfer zwischen begabten Nachwuchskräften mit hohem Innovationspotenzial und der Wirtschaft gefördert und der Designstandort Zollverein gestärkt werden.
Das Design Zentrum Nordrhein Westfalen organisiert das Projekt im Auftrag der Entwicklungsgesellschaft Zollverein, deren Aufgabe es ist, die planerische Gesamtkonzeption für das Weltkulturerbe Zollverein zu entwickeln und umzusetzen. Gefördert wird das Projekt von der Europäischen Union, dem Land Nordrhein-Westfalen und der Stadt Essen.
Informationen zu den zehn Stipendiaten finden Sie hier.





