
- Susanne Wacker und Wolfram Schäffer

- Für die Wanderausstellung zum neuen Mercedes Benz Museum wurden Susanne Wacker und Wolfram Schäffer mit dem red dot: best of the best ausgezeichnet und gehören damit zu den Nominierten für den red dot: grand prix



22.11.2006
Nominiert für den red dot: grand prix: design hoch drei
Susanne Wacker und Wolfram Schäffer sind die Geschäftsführer von design hoch drei, einem Büro, das anspruchsvolle Kommunikationsprojekte konzipiert und realisiert: in 2- und 3-D sowie in virtuellen und multimedialen Räumen. Für ihre Wanderausstellung zum neuen Mercedes Benz Museum wurden sie jetzt mit dem red dot: best of the best ausgezeichnet und gehören damit zu den Nominierten für den red dot: grand prix. Wir haben Susanne Wacker und Wolfram Schäffer anlässlich ihrer Auszeichnung interviewt und stellen Ihnen in unserem Portrait die beiden Designer und ihre Arbeit vor.
"Die Idee der Ausstellung ist schlicht, aber maximal wirksam“, erklärt Wolfram Schäffer, einer der beiden Geschäftsführer von design hoch drei. „Wir bauen auf eine starke menschliche Antriebsfeder, die notwendig ist, um Dinge zu erkunden: Neugierde. Fast jeder hat es schon einmal erlebt: man findet auf dem Speicher eine längst vergessene Box und ist gespannt wie ein Flitzbogen, was sich darin befindet. In dieselbe Situation bringen wir die Besucher.“
In sieben klar gestalteten Archivboxen befinden sich Facsimile, kuriose Gegenstände oder interessante Geschichten aus der rund 120-jährigen Geschichte der Automarke, deren Originale sich im neuen Mercedes-Benz Museum befinden. Abgerundet wird die Wanderausstellung durch eine weithin sichtbare Infowand mit Fakten und einem Animationsfilm zum neuen Museum.
Der Aufbau der Boxen folgt einem klar erkennbaren Schema: Außen stehen Datum und Thema. Auf den Innenseiten der Deckel informieren Texte und Bilder über geschichtliche Stationen oder Themen, wie zum Beispiel Karl Benz und Gottlieb Daimler, die Silberpfeile oder prominente Mercedes-Benz Fahrer. In der Box selbst befinden sich originelle Exponate zum Thema. So enthält die Archivbox „Sicherheit“ neben Einführungstext und Bildmaterial eine echte Gurkendose aus der Werkskantine. Die wurde schon mal als Knautschzone bei Abbremstests eingesetzt. Eine weitere Box präsentiert neben einem Brief des griechischen Taxifahrers Grigorios Sachinidis auch das Taxischild eines Mercedes-Benz 240 D, Baujahr 1976. Dieser legte sagenhafte 4,6 Millionen Kilometer zurück - die höchste bekannte Laufleistung eines Mercedes-Benz:
„Jede Box bietet eine Überraschung, sowohl gestalterisch als auch inhaltlich. Im Exponat zu prominenten Mercedes-Benz Fahrern kann der Besucher zum Beispiel in einem Register nach alten Fotos stöbern“, erklärt Wolfram Schäffer. „Die Boxen sind zum Teil auch mit Sound angereichert. Beim Öffnen des Silberpfeil-Exponats hört man Geräusche von Motoren und jubelnden Menschen. Diese zusätzliche Sinneswahrnehmung verstärkt das Erlebnis des Besuchers.“
Ein Konzept, das auch die Expertenjury des diesjährigen red dot award: communication design überzeugt hat. Diese vergab den red dot: best of the best, die Auszeichnung für höchste Designqualität, an design hoch drei. Damit sind Susanne Wacker und Wolfram Schäffer gleichzeitig für den red dot: grand prix nominiert. Diese Ehrenauszeichnung wird für die jeweils beste Arbeit einer Kategorie vergeben und die Preisträger werden erst im Rahmen der feierlichen Preisverleihung am 8. Dezember 2006 in der Essener Philharmonie bekannt gegeben. red dot sprach im Vorfeld mit den beiden über die Bedeutung ihrer Auszeichnung und ihre Pläne für die Zukunft:
Frau Wacker, Herr Schäffer, was bedeutet eine Auszeichnung mit dem red dot: best of the best und die Nominierung für den red dot: grand prix für Sie?
Wolfram Schäffer: Wir haben uns sehr über diese renommierte Auszeichnung gefreut und gleich eine Flasche Sekt aufgemacht.
Welche Pläne haben Sie als Designer für die Zukunft?
Susanne Wacker: Unser Ziel ist es, auch in der Zukunft Projekte mit einem hohen Anspruch an Gestaltung verwirklichen zu können. Und wir wollen für und mit Kunden arbeiten, die sich mit uns weiterentwickeln möchten.
Worin liegen Ihrer Meinung nach die besonderen Herausforderungen, die sich in der heutigen Zeit dem Designer stellen?
Wolfram Schäffer: Unserer Meinung nach ist eine der ganz großen Herausforderungen, in Zeiten kleiner werdender Budgets dieselbe Qualität zu bieten, wie in den „fetten Zeiten". Diese Entwicklung muss aber nicht negativ sein. Für uns als Designer steckt darin auch eine Chance - nämlich konsequent auf unsere Kreativität zu bauen.
Haben Sie Designvorbilder?
Susanne Wacker: Wir haben von allen Designern gelernt, die gut sind. Aber am Ende verlassen wir uns auf unser eigenes Vermögen.





