Christof Nardin, Agnes Steiner und Martin Wunderer

Mit dem Plakat “The Essence“ nominiert für den red dot: grand prix: Christof Nardin, Agnes Steiner und Martin Wunderer

Christof Nardin, Agnes Steiner und Martin Wunderer gestalteten anlässlich der Jahresausstellung der Universität für Angewandte Kunst in Wien das Plakat „The Essence 06“, das von der Jury des red dot award: communication design 2006 mit dem red dot: best of the best ausgezeichnet wurde und damit auch für den red dot: junior prize nominiert ist.

 

Als Motiv für „The Essence 06“ wählten die drei Wiener Jungdesigner der Klasse von Professor Fons Hickmann eine Mixtur aus Olivenöl, Cola, Haargel und Spülmittel, die über eine blau-getönte Plexiglasscheibe eingescannt wurde. Heraus kam ein Motiv aus verfließenden, sich in einem dominierenden Gold verdichtenden Blau-Grün-Tönen, das die Expertenjury sofort überzeugen konnte.

Der Einfallsreichtum der drei Jungdesigner spiegelt sich nicht nur in ihrer Arbeit wider, auch auf die Fragen von red dot antworteten sie mit kreativen Statements:

Was bedeutet eine Auszeichnung mit dem red dot: best of the best und die Nominierung für den red dot: junior prize für Sie?

Durch diesen Tribut erleben wir Ruhm, Reichtum, die vollkommene Liebe und Glückseligkeit, die durch all unsere Körperteile strömt.

In erster Linie möchten wir uns aber bei unserer weißen Hexe bedanken und denken (laut) über eine Umsatzbeteiligung nach. Die Tricks mit den Sternschnuppen und den unzähligen gepusteten Wimpern verdanken wir ihr und ihren Verbindungen in das Universum. Auch die Tipps, eine Monokultur für vierblättrigen Klee anzulegen und das Medjugorje-Wasser für Kneippkuren zu verwenden, kommt von ihr.

Welche Pläne haben Sie als Designer für die Zukunft?

An inhaltlichen Auseinadersetzungen teilzuhaben, so dass Design nicht nur als Luxus, sondern als legitimer Teil sozialer Prozesse verstanden wird.

Worin liegen Ihrer Meinung nach die besonderen Herausforderungen, die sich in der heutigen Zeit den Designern stellen?

Oberflächen und Körper in allen medialen Zuständen, die im zeitlichen Fluss kultureller, gesellschaftlicher, politischer, technischer, wirtschaftlicher und nicht zuletzt ganz persönlicher Veränderungen stehen, eröffnen neue Möglichkeiten der Gestaltung. DesignerInnen werden davon beeinflusst und beeinflussen diese variablen Pfeiler im Wechselspiel. Das Feld, das als Gestaltungsraum in Frage kommt, ist in Ausdehnung begriffen; darin eintauchen, schwimmen, treiben, plantschen und nicht ertrinken, könnte eine Herausforderung sein.

Wie hoch ist Ihrer Meinung nach die wirtschaftliche Bedeutung von Design? 

Alles und nichts.

Haben Sie Designvorbilder?

Im Grunde nein. Uns begegnen immer wieder Poster, Fotografien, Texte, Objekte, Magazine, Architekturen, Geräusche, Melodien, Mode, Menschen und andere Lebewesen, die beinahe transzendente Wirkung auf uns ausüben und uns inspirieren. Dennoch sind es nur Eindrücke und keine Legenden für die Ewigkeit ... wer kennt das nicht.