NEUE DIGITALE GmbH l Bejadin Selimi

07.12.2006

Nominiert für den red dot: grand prix - Neue Digitale

Bejadin Selimi, der Designer der „Summer of Love“-Website wurde mit dem red dot: best of the best für höchste Designqualität ausgezeichnet und für den red dot: grand prix nominiert. Was die Auszeichnung und die Nominierung für Bejadin Selimi bedeutet, hat er uns in einem kurzen Interview verraten. In unserem Portrait stellen wir Ihnen den Designer und seine Arbeit näher vor.

 

Summer of Love - die Visualisierung eines Rauschzustands

Die Quellen für die schöpferische Arbeit eines Künstlers waren schon immer außergewöhnliche Erfahrungen. In den 1960er und Anfang der 1970er Jahren avancierte LSD zu einer der wichtigsten Drogen der Hippiekultur und diente zahllosen Künstlern zur Bewusstseinserweiterung. Zum Höhepunkt der Hippiebewegung wurde 1976 der „Summer of Love“ in San Francisco. Die Website „Summer of Love“ wurde anlässlich der gleichnamigen Ausstellung in der Schirn Kunsthalle Frankfurt entwickelt. Sie erläutert mit Hilfe eines Zeitstrahls wichtige mit Psychedelica verbundene Phänomene aus den Bereichen Literatur, Kunst, Musik, Gesellschaft und Politik. Durch den Konsum von LSD und anderer Halluzinogene erweiterte sich das Bewusstsein der Künstler, es folgte eine Ausdehnung des Formen-, Farb- und Medienspektrums. Unzählige Arbeiten aus Malerei, Skulptur, Fotografie, Film, Architektur und Grafikdesign verschmolzen zu den ersten Multimedia-Spektakeln und ebneten damit den Weg der heutigen Pop-Kultur. Die "Summer of Love"-Website ist deshalb auch eine Hommage an die Pioniere der Multimedia-Art. Der Clou der Seite ist ein „LSD-Modus“, den der User anklicken kann und der die visuelle Inszenierung eines LSD-Rausches aktiviert. Im LSD-Modus verändert sich die komplette Website: über die Seite ergießen sich ineinander fließende Farbmuster, Texte werden unscharf und die Seite bekommt eine eigene Dynamik.

Herr Selimi, was bedeutet eine Auszeichnung mit dem red dot: best of the best und die Nominierung für den red dot: grand prix für Sie?

Bei einer Zahl von fast 4.000 Einreichungen aus über 30 Ländern ist schon allein die Nominierung für eine solche Auszeichnung Ehre genug. Umso mehr freue ich mich dann, wenn „Summer of Love“ die Trophäe tatsächlich erhält.

Welche Pläne haben Sie als Designer für die Zukunft?

Ich arbeite an der Umsetzung meiner Vision, dass eines Tages der Konsument selbst entscheiden kann, wann und wie er sich über Produkte informieren will.

Worin liegen Ihrer Meinung nach die besonderen Herausforderungen, die sich in der heutigen Zeit dem Designer stellen?

In den interaktiven Medien ist ein Verständnis und Gefühl für technische Zusammenhänge mittlerweile auch für einen Designer unerlässlich geworden. Insbesondere natürlich dann, wenn er den Anspruch verfolgt, innovativ und kreativ zu sein.

Wie hoch ist Ihrer Ansicht nach die wirtschaftliche Bedeutung von Design?

Die Industrie hat schon längst Design als Wettbewerbsvorteil erkannt und verstanden, dass die Produktgestaltung ein integraler Bestandteil des Innovationsprozesses ist. Denn wenn Qualität, Funktionalität und Preis sich im Wesentlichen gleichen, bleibt Design der wichtigste Differenzierungsfaktor.

Haben Sie Designvorbilder?

Die Arbeiten von Industriedesignern wie Dieter Rams oder Max Miedinger beeinflussen mich nach wie vor sehr.

Über Bejadin Selimi

Bejadin Selimi, (*17.05.1972) ist seit 2003 als Art Director bei der Frankfurter Kreativagentur für digitales Marketing, NEUE DIGITALE tätig, wo er unter anderem die Kunden adidas, Schirn Kunsthalle Frankfurt und 3P betreut. Als gelernter Fotograf gewann er zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen (z.B. Grand Prix bei den CRESTA-Awards, Yellow Pencil bei D&AD, Gold bei The One Show, beim Mobius Award und den New York Festivals sowie mehrere silberne Auszeichnungen beim ADC Deutschland und in Cannes). Seine Stationen vor NEUE DIGITALE waren die Agenturen Pixelpark AG Berlin (Kunden: adidas, Blaupunkt, Puma, E.ON, Toyota) und I-D Media AG Berlin (Kunden: Sony Europe, Loewe, Swatch). Zudem arbeitete Bejadin Selimi als freier Designer für Frontline sowie als freier Digital Artist für internationale Studios wie Cinemagic Animation und Rhythm & Hues.