Professor Rido Busse
Die Trophäe „Plagiarius“, ein schwarz lackierter Gartenzwerg mit goldener Nase
busse design ulm entwickelte für Krups unter anderem diese Rührschüsseln, die zum Klassiker geworden sind

09.02.2007

Jurorenportrait Professor Rido Busse

„Wir haben Design immer als Waffe im Konkurrenzkampf gesehen,“ erklärte Professor Rido Busse einmal in einem Interview. Und er weiß bestens, wovon er spricht: Den Beruf des Designers hat er von der Pike auf gelernt und besitzt seit über vier Jahrzehnten ein äußerst erfolgreiches Designunternehmen. In diesem Jahr wird er als Juror in der Expertenjury des red dot award: product design mitentscheiden, welche der eingereichten Produkte sich durch ihre hohe Designqualität von der Konkurrenz absetzen und eine Auszeichnung mit dem red dot verdienen.

 

Nach seiner Ausbildung als Silberschmied studierte Rido Busse mit Stipendien der Geschwister-Scholl- und der Friedrich-Ebert-Hochbegabten-Stiftung an der mittlerweile legendären Hochschule für Gestaltung in Ulm und gründete bereits 1959, im selben Jahr als er sein Diplom erhielt, die Designagentur „busse design ulm“. Heute ist busse design ulm mit seinen über 40 Jahren Erfahrung eines der größten und renommiertesten Designunternehmen Europas. Das Unternehmen beschäftigt heute 65 Mitarbeiter und bildet zusammen mit Busse Design USA, 1997 von Joy Busse ins Leben gerufen, eine Fullservice-Design-Agentur, die Produkte für die Industrie bis zum Prototyp entwickelt. Einige Arbeiten von Busse wie die Krups Rührschüsseln oder sie Soehnle Küchenwaage sind in Millionenauflage verbreitet. Die hohe Designqualität der Arbeiten aus dem Institut busse design ulm wurde bereits mit dem Bundespreis und über 400 weiteren Designauszeichnungen gewürdigt. Zu den Kunden von busse design ulm gehören so renommierte Unternehmen wie IBM, Vaillant, Yamaha oder Zeiss. 1999 erhielt Professor Busse als Auszeichnung für seine unternehmerische Leistung die Wirtschaftsmedaille des Landes Baden-Württemberg.

Doch damit nicht genug: Busse engagiert sich zudem in höchstem Maße für den Kampf gegen Produktpiraterie – sogar mit einer eignes von ihm ins Leben gerufenen Negativauszeichnung. Ausschlaggebend dafür war ein Messebesuch im Jahr 1977, als Rido Busse auf dem Stand eines Herstellers aus Hong Kong ein exaktes Plagiat der von ihm entworfenen Brief/Diätwaage 8600 der Firma Soehnle-Waagen entdeckte – angeboten zu einem Sechstel des Originalpreises und natürlich auch in deutlich schlechterer Qualität. Damals beschloss er, durch die Vergabe eines Negativpreises und dessen Bekanntmachung, die Öffentlichkeit auf diesen Misstand aufmerksam zu machen und sie über die volkswirtschaftlichen Schäden aufzuklären. Und was zunächst als Ein-Mann-Bürgerinitiative mit einer Preisverleihung in Form einer Pressekonferenz, die im ersten Jahr nur ein einziger Journalist besuchte, begann, etablierte sich schließlich erfolgreich. Im vergangenen Jahr wurde der „Plagiarius“, wie Busse die Negativauszeichnung für Ideenklau nannte, bereits zum 30. Mal vergeben und über 70 Journalisten waren zur Verleihung erschienen. Im Herbst 2006 wurde ein Museum, das die Sammlung der Aktion Plagiarius e.V. aus den letzten drei Jahrzehnten zeigt, in Solingen eröffnet.

Hohe Designqualität und gleichzeitige Nachhaltigkeit, das sind zwei Faktoren, die Professor Busse besonders wichtig sind. Um diese sichtbar zu machen und in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken, stiftete er 1978 den „Busse Longlife Design Award“, der alle drei Jahre verliehen wird und eine Hommage an die Designer langlebiger Produkte, eine Anerkennung und Bestätigung für professionelle und besonders nachhaltige Leistung ist. Der Busse Longlife Design Award zeigt, dass Design kein unnützer Kostenfaktor, sondern eine lohnende Investition in die unternehmerische Zukunft des Unternehmens ist und dass sich innovative Ideen, die qualitativ hochwertig umgesetzt werden, langfristig auszahlen.

Rido Busse ist seit 1994 Vorsitzender des Deutschen Industrie- und Handelstages und zudem Initiator und fachlicher Berater beim Staatspreis für Nachwuchsdesigner des Bayerischen Ministeriums für Wirtschaft und Verkehr. Er ist außerdem Honorarprofessor an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee, Mitglied im Aufsichtsrat der Wall AG Berlin und zudem als Gutachter und Publizist tätig.

Weitere Informationen zu busse design ulm finden Sie hier.

Weitere Informationen zur Aktion Plagiarius e.V. sowie zum Wettbewerb gibt es unter http://www.plagiarius.com/.