Stephan Niehaus
Hilti TE 7-C Borhammer

Die besten Designer des red dot design award im Interview: Stephan Niehaus

Gutes Produktdesign gewinnt auch in tradtionsgemäß eher wenig designbezogenen Branchen wie der Baubranche immer mehr an Bedeutung. Dies zeigt auch der Borhammer "TE 7-C " der Firma Hilti, der in der Kategorie „Industrie & Handwerk“ mit dem "red dot: best of the best" ausgezeichnet wurde . In einem Interview sprach red dot online mit dem Corporate Chief Designer Stephan Niehaus.

 

Herr Niehaus, was hat Sie zu diesem besonderen Produkt inspiriert und welche Intention steckt dahinter?

Wir wollten mit dem Bohrhammer Hilti TE 7-C – ein technisch innovatives und enorm leistungsstarkes Allround-Gerät – mit perfekten Handling-Eigenschaften, hohem Arbeitskomfort und absoluter Robustheit ausstatten. Gleichzeitig sollte ein eindeutiges Hilti-Produkt mit einer klaren Identität und markentypischen Design- und Qualitätsmerkmalen entstehen. Das ist eine echte Herausforderung an den Designer – vor allem, wenn bei einer Gerätefamilie in der Netz- und in der Akkuversion möglichst gleiche Bauteile integriert werden sollen. Eine zusätzliche Herausforderung war die Integration des Staubabzugsmoduls, das vor allem die Gesundheitsbelastungen des Anwenders (Stichwort Feinstaub) deutlich reduziert, aber auch die Reinigungskosten senkt. Mit dem Hilti TE 7-C ist uns ein hervorragender Bohrhammer gelungen, der in seiner Leistungsklasse – sowohl als singuläres Produkt, als auch als Produktsystem – eine verblüffende Gerätebalance und ein ausgezeichnetes Gesamthandling aufweist. Bei der formalen Ausgestaltung war uns sehr wichtig, nicht ein beliebiges, neues Design zu entwickeln. Wir wollten auf Basis unserer unverkennbaren Markensprache sowohl die Eigenschaften des Produkts, als auch die Werte von Hilti über alle für uns relevanten Sinne „begreifbar“ und „erlebbar“ machen. Gleichzeitig wollten wir dem Hilti TE 7-C einen unverwechselbaren Charakter mit hohem Wiedererkennungswert geben. Das ist uns – wie die Resonanz unserer Kunden zeigt – gelungen.

Was bedeutet eine Auszeichnung mit dem red dot: best of the best für Sie?

Der Award freut uns natürlich sehr. Persönlich sehe ich ihn als Anerkennung des Endergebnisses einer gesamten Teamarbeit - inklusive der Unterstützung durch unseren externen Designpartner busse design ulm – und es liegt mir besonders am Herzen, diese Teamarbeit auch zu betonen. Ohne ein fachlich wie menschlich gut aufgestelltes und hoch motiviertes Team hätten wir ein solches Ergebnis nicht erreicht. Erst wenn Designer sich auch in die Zielsetzung beispielsweise von Konstrukteuren, Fertigungsfachleuten, Logistikern oder Marketingstrategen hineindenken können – und umgekehrt – , ist die Basis für ein optimales Produkt gegeben. Wenn sich dazu die Zielsetzungen direkt vom Kundennutzen ableiten, hat man die denkbar beste Voraussetzung für ein erfolgreiches neues Produkt geschaffen.

Worin liegen Ihrer Meinung nach die besonderen Herausforderungen, die sich in der heutigen Zeit dem Designer stellen?

Es gibt sowohl im Makro-, als auch Mikrokosmos viele Herausforderungen. Designer werden – zum Glück – immer häufiger mit der Notwendigkeit konfrontiert, nicht singuläre Produkte zu entwerfen, sondern ganze Lösungssysteme, die dauerhaften Bestand haben und daher Einflüsse über den gerade auszuarbeitenden Auftrag oder Prozess hinaus generieren. Eine wichtige Herausforderung für den Designer ist, unter Berücksichtigung der wichtigsten Aspekte „out of the box“ in die Zukunft zu schauen und innovative Lösungen aufzuzeigen, die Kundenbedürfnisse mit unternehmerischen Interessen und ökologischen Notwendigkeiten in Einklang bringen. Eine mindestens ebenso wichtige Herausforderung ist es, diese Lösungen auf die richtige Art und Weise an der richtigen Stelle zu kommunizieren.

Was möchten Sie als Designer in der Zukunft noch gerne erreichen?

Viel! Vor allem neugierig bleiben. Menschen mit neuen Lösungen emotional ansprechen. Sie vielleicht auch positiv überraschen. Dabei alle Sinneskanäle ansprechen. Festgetretenes in Frage stellen. Produkte – aber auch Services – mitgestalten, die typ-prägend sind und einen neuen Maßstab für potenzielle Kunden definieren. Produktwelten mitgestalten, die einer umfassenden Betätigungs-Logik entsprechen und weltweit verstanden und bedient werden können; die Philosophie und Botschaft einer Marke in all ihren vom Kunden wahrnehmbaren Elementen erlebbar machen – und dabei eine konsequente, charakterstarke, einzigartige – eben die richtige – Designsprache sprechen lassen.

Wie hoch ist Ihrer Ansicht nach die wirtschaftliche Bedeutung von Design?

Enorm. Von unseren Kunden wissen wir, dass die Gestaltung der Produkte einen immer größeren Stellenwert bei deren Auswahl bekommt. Weit über die Hälfte aller Kaufentscheidungen werden heute nicht rational, sondern emotional ‚aus dem Bauch heraus’ getroffen – auch in der Bauindustrie. Design ist eine tragende Komponente innerhalb dieses Entscheidungsprozesses. Wir wollen unseren Kunden in den ersten 5-20 Sekunden alle positiven Produkteigenschaften über das Sehen, Fühlen und Hören vermitteln und ihn damit dauerhaft begeistern. Oftmals ist es aber auch der pure Appeal des Designs, der einen „Wow-Effekt“ und eine „Mit dem will ich arbeiten“-Reaktion auslöst.

 

Mit dem TE 7-C stellt Hilti einen universellen Bohrhammer vor, der die qualitativen und optischen Anforderungen von professionellen Anwendern und Heimwerkern gleichermaßen erfüllt. Ein neuartiges Gehäusekonzept vereint Innovation, Funktionalität und ansprechende Formgebung: Das Gehäuse im traditionellen Rot der Firma Hilti verleiht dem Gerät optische Identität. Die schwarzen Flächen und der ergonomische Griff sind in innovativen „Soft-Grip“ Materialien gestaltet und erlauben so abrutschsicheres und ermüdungsfreies Arbeiten auch bei hoher Arbeitsbelastung. Eine spezielle Schnittstelle erlaubt den schnellen Wechsel aller gängigen Werkzeugaufnahmen und erhöht so die Arbeitsgeschwindigkeit.

Auch die Bedienung überzeugt: Die Hauptfunktionen des Gerätes werden über einen großen, im Gehäuse versenkten Drehschalter ausgewählt, der auch mit dicken Arbeitshandschuhen gut zu bedienen ist. Die gleichmäßige Gewichtsverteilung verhindert übermäßige und unnötige Belastungen für den Benutzer. Zudem hält eine optionale Absaugvorrichtung für den bei der Arbeit anfallenden Staub die Arbeitsfläche sauber, spart Reinigungskosten und reduziert die Gesundheitsbelastung durch Feinstaub.