Die besten Designer des red dot design award 2007 im Interview: Martin Bergmann, Harald Gründl und Gernot Bohmann
Für das herausragende Design des Stuhls „Andoo“ und der Badewanne „Sundeck“ wurde Eoos im diesjährigen red dot award: product design gleich zwei Mal mit dem red dot: best of the best ausgezeichnet. red dot online interviewte die Designer von Eoos: Martin Bergmann, Harald Gründl und Gernot Bohmann.
Was hat Sie zu diesem besonderen Produkt inspiriert und welche Intention steckt dahinter?
Sundeck: Ein Objekt das verschiedene Leben hat und sich transformiert.
Andoo: Von einem Stuhl so viel wegzunehmen, bis er auf das technologische Minimum reduziert ist.
Was bedeutet eine Auszeichnung mit dem red dot: best of the best für Sie?
Eine Anerkennung für das Bemühen von Designer und Hersteller, sich mit Design intensiv zu beschäftigen und dabei gemeinsam erfolgreich zu sein.
Worin liegen Ihrer Meinung nach die besonderen Herausforderungen, die sich in der heutigen Zeit dem Designer stellen?
Themen, die eine positive Zukunft aller Menschen betreffen, zu erkennen und ihnen heute schon Gestalt zu geben.
Was möchten Sie als Designer in der Zukunft noch gerne erreichen?
Dinge entwerfen, von denen wir nicht wissen, was sie sind.
Wie hoch ist Ihrer Ansicht nach die wirtschaftliche Bedeutung von Design?
Die Wirtschaft ist unser Partner, um kulturell tätig zu sein, und Design ist ein großartiger Multiplikator von Ideen. Im Gegensatz zur wirtschaftlichen Bedeutung interessiert uns jedoch die kulturelle Bedeutung wesentlich mehr. EOOS arbeitet an Fragestellungen wie: Woher kommen unsere Objekte, wie begleiten sie uns und wohin gehen sie?
Andoo: Die Logik des Minimalen
Der Stuhl Andoo ist nach der Maxime gestaltet, die sich ebenfalls als Minimal-Art definiert. Die Worte „Ruhe“ und „Klarheit“ sollen die Anmutung dieses eleganten Möbels unterstreichen. Geprägt ist sie durch eine spezifische Ästhetik, die sich aus dem Zusammenspiel seiner Materialien ergibt. Es geht um die Art und Weise, wie die Materialien Holz und Leder in einem hohen Maß an Präzision miteinander verbunden werden. Diese Materialien treffen bei dem Stuhl Andoo in strengen, radikal anmutenden Linien aufeinander, sie scheinen sich zu ergänzen und ineinander überzugehen. Was dabei auch entsteht, ist ein funktionsgerechtes Zusammenspiel von harten und weichen Materialien. Mit einem elastisch federnden Rücken und Taschenfederkernen im Sitz bietet Andoo den Sitzkomfort eines Sessels. Die elegante und zugleich klare Anmutung dieses Stuhls variiert darüber hinaus unterschiedliche Perspektiven. Die Vorder-, Rücken- oder Seitenansicht zeigt in sorgfältig gearbeiteten Details subtile Unterschiede – je nachdem, wie die Materialien zusammentreffen. Die Wahrnehmung ist bei diesem Stuhl eine sehr spezifische und im alltäglichen Gebrauch immer wieder neu erfahrbare Logik des Minimalen.
Sundeck: Wie ein Tag am Meer
Für die meisten Menschen entstehen bei dem Wort „Sonnendeck“ Vorstellungen von sonnendurchfluteten Buchten der Côte d’Azur und die Stimmung heiterer, souveräner Gelassenheit. Die Badewanne Sundeck weckt diese positiven Assoziationen mit einer ästhetischen und schlüssigen Gestaltung. Ein zweiteiliges „Ruhedeck“ ist zunächst eine Liege mit komfortablen Nackenstützen – erst beim Öffnen der Abdeckung entpuppt sie sich als Wanne. Wie ein Cabrioverdeck wird dabei die Abdeckung zur Seite geschoben. Diese „visuelle Sinnestäuschung mit positivem Überraschungseffekt“ verleiht der Wanne ein hohes Maß an Understatement und vermittelt einen Eindruck des Luxuriösen und Komfortablen. Diese Anmutung wird auch von den maritimen Anleihen und komfortablen Details der Abdeckung geprägt. Handgenähte Polster für das Ruhedeck, Nackenrollen und eine Stiege sowie weißes Acryl als Material für die Wanne verbinden sich mit der Möbeloberfläche aus Holz zu einer stimmigen Formensprache.
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