Die besten Designer des red dot design award 2007 im Interview: Inga Sempé
In der Kategorie „Wohnen & Schlafen“ des diesjährigen red dot award: product design wurde das Polstermöbel „MOËL“ von Roset mit dem red dot: best of the best ausgezeichnet. red dot online sprach mit der Designerin, Inga Sempé über ihr Produkt und die Herausforderungen, die sich Designern in der heutigen Zeit stellen.
Was hat Sie zu diesem besonderen Produkt inspiriert und welche Intention steckt dahinter?
Ich wollte ein besonders gemütliches und kuscheliges Sofa entwerfen, das weder weich und nachgiebig aussieht noch zu wuchtig erscheint. Deshalb sind die Sitzfläche und die gesamte Rückenpartie wie eine Blumenkrone in eine Umhüllung eingefügt, die aus festerem Material hergestellt ist.
Was bedeutet eine Auszeichnung mit dem red dot: best of the best für Sie?
Ich freue mich darüber, weil ich einige richtig gute Produkte gesehen habe, die diesen Preis im vergangenen Jahr bekommen haben, etwa das Facett in der Ligne Roset der Bouroullec Brüdern.
Worin liegen Ihrer Meinung nach die besonderen Herausforderungen, die sich in der heutigen Zeit dem Designer stellen?
Die französische Wirtschaft fängt gerade erst an, bei der Konzeption von Produkten an Designer zu denken. Dabei geht es zunächst vor allem um das Gespräch, noch nicht um das Ziel, das beste Produkt herzustellen. Sie möchte mit Designern zusammen arbeiten, die schon etwas bekannter sind, weil sie etwa ein paar Mal für italienische Hersteller gearbeitet haben. Die Herausforderung für französische Unternehmen bestünde darin, dass sie das „Wagnis“ auf sich nehmen, mit Designern zu arbeiten, ohne erst auf ein positives Feedback aus anderen Ländern zu warten.
Was möchten Sie als Designer in der Zukunft noch gerne erreichen?
Ich würde gerne Stifte, Werkzeuge, Kamine, Autos entwerfen.
Wie hoch ist Ihrer Ansicht nach die wirtschaftliche Bedeutung von Design?
Sie gewinnt immer mehr an Bedeutung, weil Designer zu einer Art Markenzeichen werden.
MOËL – für ein behagliches Leben im Zeitgeist
Im Gegensatz zu vielen multifunktionalen Sofas mit beweglichen Teilen definiert sich das Polstermöbel MOËL als ungezwungenes und überaus behagliches Rückzugsgebiet, das dem Nutzer viele Möglichkeiten bietet. Bereits sein Name ist angelehnt an das Wort „moelleux“, das im Französischen so viel wie „kuschelig“, „weich“ bedeutet. Die Intention der französischen Designerin Inga Sempé ist ein Polstermöbel mit einem betont weichen Komfort, der Geborgenheit und Erholung verspricht. Gestaltet ist es als eine Art funktionale weiche Schale, die (en passant) einem Sofa eine neue Formensprache verleiht. Gefertigt mit der Kompetenz des Herstellers Ligne Roset im Bereich der Vollschaum-Sitzmöbel, hat MOËL eine weiche, anschmiegsame Polsterung und eine großzügig umlaufende Rückenlehne. Es wird aus einem übergroßen weichen Kissen gebildet, das mit einer Halt gebenden Schale aus Leder oder Schurwolle auf der Außenseite verbunden ist. Eine charakteristische, in Streifen abgesteppte Polsterung von Sitzfläche und Rückenlehne vermittelt Komfort sowie Behaglichkeit und steht in interessantem Kontrast zu der straffen Form der Schale. Die Gestaltung dieses Sofas spricht Menschen an, die gern komfortabel, ungezwungen und entspannt leben und meist unterschiedliche Sitzpositionen einnehmen möchten. MOËL lässt sich multifunktional vielseitig nutzen: Man kann sitzen oder lümmeln, liegen, allein oder mit Freunden. Wie ein Nest oder ein Kokon umfängt es dabei seinen Besitzer. Es ist einladend und strahlt Ruhe aus – gestaltet für ein behagliches Leben im Zeitgeist.
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