Ausgezeichnet mit dem red dot: grand prix: Kelvin Lok 
Kelvin Lok, mit 26 Jahren bereits Creative Director des singapurianischen Designbüros Epigram, erhielt im diesjährigen red dot award: communication design für die herausragende Gestaltung eines Geschäftsberichtes die Auszeichnung mit dem red dot: grand prix. In unserem Portrait stellen wir Ihnen Kelvin Lok und seine Arbeit näher vor.
Dass ein Geschäftsbericht grundsätzlich seriös und nüchtern sein muss, widerlegt Kelvin Lok mit „Happy World“, dem Geschäftsbericht des singapurianischen Unternehmens Best World International, das Gesundheits- und Wellness-Produkte vertreibt.
„Happy World“ präsentiert das Unternehmen als eine große glückliche Familie. Selbst die Geschäftsführung wird nicht, wie sonst üblich, auf repräsentativen Fotografien, sondern in farbenfrohen Illustrationen dargestellt, die zugleich ein Motiv des begleitenden Kartenspiels „Happy Family“ sind. Die Verbindung der fröhlichen Gestaltung mit der hohen Professionalität der Mitarbeiter zeigt Best World International als ein Lebensfreude, Gesundheit und Erfolg ausstrahlendes Unternehmen.
Kelvin Lok legte bei seiner Gestaltung besonderen Wert darauf, das Unternehmen im Kern zu verstehen und dessen Unternehmensgeist zu begreifen. Denn nur so war es ihm möglich, das Unsichtbare sichtbar zu machen und einen Geschäftsbericht zu gestalten, der Emotionen vermittelt. Mit „Happy World“ ist es Kelvin Lok gelungen, neue Wege zur Gestaltung von Geschäftsberichten aufzuzeigen.
Kelvin, was bedeutet eine Auszeichnung mit dem red dot: best of the best und die Nominierung für den red dot: grand prix für Sie?
Es ist eine Ehre. Eine international anerkannte Designauszeichnung zu gewinnen ist immer eine moralische Bestätigung. Aber einen red dot: best of the best zu gewinnen und für den red dot: grand prix nominiert zu werden ist auch eine enorme Selbstbestätigung!
Welche Pläne haben Sie als Designer für die Zukunft?
Mein kurzfristiger Plan ist mich und mein Unternehmen auf die nächsthöhere Stufe zu bringen. Langfristig plane ich die Welt zu erobern!
Worin liegen Ihrer Meinung nach die besonderen Herausforderungen, die sich in der heutigen Zeit dem Designer stellen?
Im Alltag jongliert ein Designer zwischen seinem Designanspruch, den betriebswirtschaftlichen Anforderungen der Kunden und der Funktionalität der Arbeit. Es ist leicht, exakt das zu machen, was der Kunde fordert, aber die resultierende Arbeit wird höchstwahrscheinlich mittelmäßig sein. Oder der Designer macht, was immer ihm oder ihr gefällt - doch wird das von der vorgesehenen Zielgruppe auch akzeptiert werden? Und wird die Arbeit letztlich ihren kommerziellen Zweck erfüllen?
Wie hoch ist Ihrer Ansicht nach die wirtschaftliche Bedeutung von Design?
Markenkennzeichnung und Verpackung – manchmal sogar ein Geschäftsbrief – bestimmen, wie Menschen ein Unternehmen wahrnehmen. Es beeinflusst, wie schnell ein Produkt verkauft wird oder wie es den Aktien auf dem Markt ergeht. In Unternehmensunterlagen kann Design die Stimmung für die Finanzzahlen vorgeben, oder die Erwartungen des Analysten steuern.
Was ich sage ist für uns in der Industrie offensichtlich, doch viele Kunden realisieren nicht wie wichtig Design ist. Sie verzetteln sich bei dem Versuch, zu viele Dinge an der falschen Stelle und zur falschen Zeit vermitteln zu wollen. Es ist unsere Aufgabe die Kunden zu schulen und zu überzeugen.
Haben Sie Designvorbilder?
Ich finde, Stefan Sagmeister und Tibor Kalman haben Arbeiten geschaffen, die alles andere in den Schatten stellen. Sie haben mehr oder weniger die Sichtweise und das Denken der Designer verändert.
Über Kelvin Lok
Kelvin Lok Weng Kar wurde 1980 in Malaysia geboren und machte 2001 am Art Institute Pittsburgh einen Abschluss in Visueller Kommunikation. Im selben Jahr begann er als Designer in dem Designbüro Epigram in Singapur und wurde 2003 Senior Designer. Zwischen 2004 und 2005 arbeitete er als Senior Designer bei Duffy Singapore / Asylum Creative und wechselte anschließend erneut zu Epigram, wo er seitdem als Creative Director tätig ist. In diesem Jahr wurde er bereits mit dem Graphis Design Annual ausgezeichnet.
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