










Trendbericht Automobildesign 2008
Mobilität für die Zukunft – neue Individualverkehr-Konzepte
Wie sieht die Mobilität der Zukunft aus? Dieser Frage näherten sich die Hersteller von zwei verschiedenen Seiten. Einerseits beschäftigten sich viele Studien damit, die Verkehrsprobleme hoch mobilisierter und technologisierter Gesellschaften in den Innenstädten zu lösen, auf der anderen Seite ging es um die Frage, wie man Gesellschaften in Schwellenländern mobilisieren kann.
Einen der wohl am futuristischsten anmutenden Ansätze zur Entwicklung umweltverträglicher Mobilitätslösungen für die Stadt stellte Toyota mit dem i-Real vor, einer dreirädrigen Konzeptstudie zur individuellen Mobilität.
Innovative Ansätze zu diesem Thema zeigt auch der Opel Flextreme. Unterhalb des Kofferraums bietet die Studie Platz für zwei Elektro-Personentransporter von Segway. Sie können in Zonen benutzt werden, in denen Autos nicht fahren dürfen, und erweitern so den Mobilitätsspielraum.
Wie schafft man es, die globalen Massen zu mobilisieren? Die Antwort auf diese Frage kommt aus Indien und heißt „Tata Nano“. Mit einem Kaufpreis von gerade mal 1.700 Euro ist der Tata Nano Vorreiter des neuen Sektors der Massenmotorisierung in Schwellenländern.
Die Gestaltung der Ökologie
Klimaschutz und Umweltverträglichkeit waren – wie nicht anders zu erwarten – auch in Genf wichtige Themen. Kaum ein Hersteller, der nicht fieberhaft an Forschung und Entwicklung in diesem Bereich arbeitet. Alleine 17 der in Genf vorgestellten Premieren waren mit alternativen Antrieben ausgerüstet. Dynamisch, sportlich, elegant: So sehen die sparsamen Umweltautos der Zukunft aus.
Ein ausdrucksstarkes Designkonzept für die Kompaktklasse stellte Saab mit dem 9-X BioHybrid vor. Prägnant sind die sehr kurzen Karosserieüberhänge und die gewölbte Dachlinie. Die Karosserie ohne sichtbare Griffe oder Außenspiegel, die seitlich herumgezogene Windschutzscheibe und die Front mit ihrem tiefen Grill sind inspiriert von der mit dem red dot: luminary ausgezeichneten Studie „Aero X Coupé“, die Saab vor zwei Jahren in Genf präsentiert und im vergangenen Jahr zum red dot award: design concept eingereicht hatte.
Lassen sich ein Sportwagen und der Anspruch auf Umweltschonung verbinden?
Die Antwort auf diese Frage liefert die schwedische Sportwagenmanufaktur Koenigsegg mit dem CCXR: Mit mehr als 1.000 PS ist er mehr als 400 km/h schnell, und angetrieben wird er mit Bio-Ethanol. Der Kraftstoff E85 wird aus Getreide und Zuckerrüben gewonnen und ist ein nachwachsender Rohstoff.
Neue Fahrzeugtypen
Was tun, wenn die Innovationen ausgehen? Viele Hersteller versuchen, diesem Problem zu begegnen, indem sie nach immer neuen Nischen suchen, um für diese Zwitterformen zu entwickeln. Ein Versuch, der nicht immer von Erfolg gekrönt ist. Aktuell geht der Trend dazu, den Geländewagen und das Coupé miteinander zu vereinen. Bullige Fronten und coupéartig abfallende Dachlinien charakterisieren solche Entwürfe.
Das Beispiel einer schönen Lösung präsentierte Land Rover mit dem LRX Concept: Er besitzt die elegante Silhouette eines Coupés, die niedrige Dachlinie und die breite, tiefe Front verleihen ihm aber auch eine aggressive Ausstrahlung.
Ein echtes Negativ-Beispiel hingegen zeigte Hummer. Prüft man den Hummer auf die vier grundlegenden Qualitäten, die ein gut gestaltetes Produkt erfüllen muss (Qualität der Funktion, Qualität der Verführung, Qualität des Gebrauchs und Qualität der Verantwortung), wird deutlich, dass die Hummer-Studie sozial unverträglich ist: Krieg der Sterne verweltlicht und auf die Straße gebracht.
Weitere aktuelle Beispiele zu diesen Themen stellen wir Ihnen hier in unserer Fotogalerie vor:
>>Bildgalerie „Mobilität für die Zukunft“
Car Personalities
Das gemeinsame Gestaltungsmerkmal aller Klassen lautet: Aggressivität. Selbst Kleinwagen werden nicht mehr nach dem Kindchenschema gestaltet, sondern wirken mit ihren pseudoaggressiven Elementen wie kleine Monster. Riesige Kühlluftöffnungen, schwarze Gitter und stark überzeichnete Front- und Rückleuchten signalisieren Kraft, Überlegenheit und Geschwindigkeit. Solche Stilmittel kommen immer häufiger zum Einsatz, wodurch die Fahrzeuge in ihrer Gestaltung zunehmend einheitlich und austauschbar werden. Konnte man vor ein paar Jahren die einzelnen Marken noch problemlos aus der Entfernung auseinanderhalten, muss man sich heute bemühen, das Markensignet zu finden.
Die überzeichneten Leuchten ziehen sich vorne wie hinten über die Ecken hinweg, Rückleuchten ragen mitunter bis in den Bereich der C-Säule. Moderne LED-Lichttechnik ermöglicht regelrechte Lichtskulpturen für das Rück- und Frontleuchtendesign.
Weitere Beispiele präsentieren wir Ihnen in unserer Bildgalerie: >>Bildgalerie „Car Personalities“


