
- Toru Sato und Noriyuki Shirasu

- conof.
Interview mit Toru Sato und Noriyuki Shirasu
„Schlicht und schön“, so könnte das Motto der Gestalter im Bürosektor lauten. Die zum Wettbewerb eingereichten Produkte aus diesem Bereich bestechen durch schlichte Formen und klare Gestaltungsansätze. Die Formensprache ist häufig aus dem Gebrauch heraus motiviert und schafft funktionale Lösungen für den internationalen Markt. Ein herausragendes Beispiel dafür ist der Schredder „conof.“, gestaltet von den japanischen Designern Toru Sato und Noriyuki Shirasu. Die Jury des diesjährigen red dot award: product design wählte ihren Entwurf zu einem „red dot: best of the best“.
Ein Schredder, der die Form eines Mülleimers besitzt – eigentlich ein naheliegender Gedanke, dennoch ungewöhnlich. Was hat Sie zu dieser Formgebung inspiriert?
Toru Sato und Noriyuki Shirasu: Dieses Produkt ist Teil einer Büro-Ausstattungsserie namens „conof.“, die auf der Idee basiert, Produkte für ein komfortables Büro zu entwerfen. Die Formgebung resultiert nicht nur aus der Gestaltung des Schredders selbst, sondern auch aus der Umgebung, in der er steht. Wir haben diese Form als Ergebnis unserer Überlegungen darüber entworfen, wie seine Gestalt auf natürliche und komfortable Weise in einen Raum passen und so Teil der Einrichtung sein könnte. Was uns inspiriert hat, war die Idee, das Produkt wie selbstverständlich in einem Raum existieren zu lassen, anstatt ihm eine neue Gestalt zu geben.
Inwiefern unterscheidet sich Ihrer Meinung nach japanisches Design von dem anderer Kulturen, oder anders gefragt: Gibt es vor dem Hintergrund der Globalisierung überhaupt noch eklatante Unterschiede?
Toru Sato und Noriyuki Shirasu: Wir denken, dass die Menschen und die Kultur Japans ziemlich gut darin sind, die Informationsflut auf eigene Art zu verarbeiten, und es auch gut verstehen, dies dann auf einzigartige, feinfühlige und bedachte Weise in ihre eigene Kultur zu übersetzen. In vielen japanischen Entwürfen kann man Anzeichen davon erkennen. Zudem entwickeln die Japaner ein zunehmendes Design bewusstsein. Trotzdem können oberflächliche Dinge wie äußere Formen und Farben – die natürlich auch wichtig sind – leicht als „Design“ durchgehen, manchmal gar ohne jegliche Tradition oder Philosophie. Wir wünschen uns, dass Design hierzulande eine größere Bedeutung hätte, Teil des täglichen Lebens und auch tiefer in der japanischen Kultur verankert wäre. Wir hoffen, dass unser Produkt einen Beitrag zur japanischen Designindustrie, die immer noch im Wachsen begriffen ist, leisten kann.



