
- Holger Koos, Roger Mohr, Rudolf Kupitza, Thomas Ochs und Dieter Blum

- TGX/TGS
Interview mit Holger Koos, Roger Mohr, Rudolf Kupitza, Thomas Ochs und Dieter Blum
Besonders im Bereich der Nutzfahrzeuge beobachteten die internationalen Designexperten der diesjährigen red dot-Jury eine gestiegene Designqualität. Bestes Beispiel hier sind die Lastkraftwagen TGX und TGS von MAN, die mit ihrem Fahrerhaus-Interieur neue Maßstäbe in Ergonomie und Wertigkeit setzen. Die Juroren honorierten das herausragende Design der Baureihen TGX und TGS mit einem red dot: best of the best. red dot sprach im Interview mit den Designern Holger Koos, Roger Mohr, Rudolf Kupitza, Thomas Ochs und Dieter Blum.
Welche Elemente prägen das Design der TGX/TGS-Lastkraftwagen?
MAN Designteam: Das Exterior Design ist gekennzeichnet durch moderne Gestaltungsmerkmale wie die schwarze, hochglänzend ausgeführte Kühlerblende, die ihrerseits eine verchromte Zierleiste und das Produktlogo trägt. Sie ist das maßgebliche Corporate-Design-Element des Fahrzeugs und stellt durch die Reduktion auf eine einfache, prägnante Grundform die Erkennbarkeit der Marke bereits aus großer Entfernung sicher. Die Windleitblenden, die vor dem Fahrzeug zu schweben scheinen, prägen den innovativen Charakter der Lkw-Baureihe ebenso wie die Klarglas-Scheinwerfer mit ihrer lebendigen Reflektorgestaltung. Im Interior herrscht eine sanft fließende, moderne und ruhige Formensprache vor. Hier wird die Bedeutung des Themas Qualität in der Gestaltung selbst wie auch in den eingesetzten Materialien und deren Verarbeitung sichtbar. Die I-Tafel ist durch ein kontrastfarbiges Band horizontal gegliedert. Sie wirkt dadurch leicht und verbindet sich mit den Türen zu einem geschlossenen, harmonischen Gesamtbild. Das Oberteil der Instrumententafel ist einteilig und in der aus der Pkw-Oberklasse stammenden Slush-Technologie ausgeführt, das darunter liegende Kontrastband ist mit Metallic-Softlack beschichtet, was in der Nutzfahrzeugwelt ebenfalls einmalig ist. Hier wird, wie auch bei den satinverchromten Türgriffen, der hohe Anspruch des Designs an haptische Qualität und Materialanmutung deutlich.
Die Designexperten der diesjährigen Jury lobten die gestiegene Designqualität der Innenräume im Bereich der Nutzfahrzeuge. Nach welchen Kriterien haben Sie die Materialien für den Innenraum ausgewählt?
MAN Designteam: Es war uns wichtig, den Premiumanspruch der Marke über Qualität und Materialanmutung wahrnehmbar zu machen, zum Beispiel durch einen gleichmäßig geringen Glanzgrad der Oberflächen, durch die haptische Wirkung der I-Tafel-Slush-Haut und deren präzises, verzerrungsfreies Narbbild oder die verchromten Türgriffe. Folgerichtig wurden auch aufwendige Herstellungsverfahren eingesetzt, um die hohe Qualität der Class-A-Oberflächen im Interior erlebbar zu machen. Und die Textilien für Sitze, Liegenbezug und Türverkleidung tragen diesen Anspruch natürlich mit.
Welche Rolle spielten ökologische Aspekte bei der Entwicklung
der Trucks?
MAN Designteam: Umweltrelevante Ziele zu erreichen und gleichzeitig den wirtschaftlichen Interessen der MAN-Kunden gerecht zu werden, ist die Unternehmensvorgabe auch für das Design. Die Ziele heißen in erster Linie: weniger Verbrauch und weniger Schadstoffe. Das wurde einerseits durch verbesserte Motorentechnologie, andererseits durch ein an klaren aerodynamischen Vorgaben orientiertes Design erreicht. Die TGX- und TGS-Fahrzeuge erfüllen bereits heute die Euro-5-Emissionsgrenzwerte. Der aus der Erfüllung dieser Grenzwerte resultierende erhöhte Kühlleistungsbedarf der Motoren hat das Design erkennbar mitgeprägt, was sich beispielsweise an den im Vergleich zur Vorgängerbaureihe deutlich größeren Kühlluftöffnungen im Stoßfängerbereich ablesen lässt. Ein Beispiel von vielen für die Berücksichtigung der aerodynamischen Anforderungen in der Gestaltung sind die Spiegel. Sie wurden in akribischer Detailarbeit so weit optimiert, dass der cw-Wert des Fahrzeugs mit Spiegeln schließlich besser war als ohne sie.





