Die Präsenz des Immateriellen – Form und Ausdruck „Design … ist Ausdruck der Fähigkeit des menschlichen Geistes, seine Grenzen zu überschreiten“, schrieb der Designtheoretiker George Nelson 1957 und meinte damit die vielfältigen Möglichkeiten des menschlichen Denkens, die im Idealfall in einem Produkt zum Ausdruck kommen. So gesehen ist Design ein Denkprozess, und der Betrachter muss sich eine Form ebenso erarbeiten wie derjenige, der sie erschafft. Der französische Architekt und Designer Jean Nouvel sucht in seiner Arbeit immer wieder nach neuen Formen des gestalterischen Ausdrucks und lotet dabei die Möglichkeiten und Grenzen innovativer Materialien und Technologien aus. Mit dem Sofa SKiN, einem sehr avantgardistisch wirkenden Entwurf, will er nun etwas „Wesentliches“ ausdrücken – durch ein Weglassen soll sich eine neue Art der Leichtigkeit bilden. Das Konzept für dieses Sofa entstand im Rahmen seiner Planungen für das Musée du Quai Branly in Paris. Die für diese Architektur speziell entwickelten Lösungen wurden mit SKiN nun interdisziplinär auf ein Möbelstück übertragen. Das tragende Gestell des Sofas besteht aus einem vorgespannten Röhrenstahl, dem ein strukturbildender beidseitiger Bezug aus Leder aufliegt. Das Interessante ist: Dieser Bezug wird nur von sich selbst modellierenden geometrischen Einschnitten gestützt. Das Sofa wirkt dadurch, als sei es aus einem Stück gegossen, und vor allem seine Sitzfläche scheint zu schweben. SKiN ist erstaunlich komfortabel, das Leder fühlt sich weich und sanft an. Über die Sinne und die Vorstellungskraft erschließt sich diese Form – eine haptisch wahrnehmbare Präsenz des Immateriellen.
| |  | Hersteller: | Molteni & C., Giussano, Italien [home] [portrait]
|  | Design: | Jean Nouvel Design, Paris, Frankreich [home] [portrait]
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