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- “Rolly” SEP-10BT
Interview mit Yujin Morisawa, Kunihito Sawai und Taku Sugawara
Der Sound Entertainment Player „Rolly“ von Sony ist außergewöhnlich – und das in jeder Hinsicht. Die Jury des diesjährigen red dot award: product design war so begeistert, dass sie Rolly mit einem red dot: best of the best auszeichnete. „Rolly“ wurde von vielen Sony-Designern aus verschiedenen Bereichen entwickelt. Die Leiter der jeweiligen Bereiche sind: Yujin Morisawa, der seit 2002 für Sony arbeitet, Kunihito Sawai, der seit 1991 bei Sony ist und für das Konzept und das Prototyp-Design verantwortlich war, und Taku Sugawara, der seit 2007 bei Sony CreativeWorks ist und für das Design der PC-Anwendung „Motion Editor“ sowie die LED-Gestaltung des Hauptgerätes verantwortlich war.
„Rolly“ ist ein in jeder Hinsicht außergewöhnliches Audioprodukt. Was hat Sie dazu inspiriert?
Kunihito Sawai: Vor ungefähr drei Jahren erhielt ich Besuch von den Ingenieuren, die an der Entwicklung des „AIBO“ beteiligt waren. Sie stellten einen ungewöhnlichen, eiförmigen Gegenstand auf meinen Schreibtisch. Als ich meine Hand ausstreckte, um danach zu greifen, begann er plötzlich, Musik zu spielen und ein lustiges Tänzchen aufzuführen. Diese angenehme Überraschung war meine erste Begegnung mit dem „Rolly“-Prototypen. Ein Blick reichte, und ich war völlig begeistert. Gleichzeitig konnte ich mir keinen Ausgangspunkt für die Gestaltung eines solchen Produkts vorstellen. Je mehr ich es untersuchte und darüber herausfand, desto mehr stellte ich fest, dass dieses kleine „Ei“ einen eigentümlich faszinierenden Charakter hatte. Aber wie sollte man diese Qualität einfangen und durch Gestaltung verstärken? Der Schlüssel zu seinem Schicksal lag in der Konzeptgestaltung. Wir begannen damit, den Rolly-Prototypen näher zu untersuchen und sorgfältig die inhärenten Eigenschaften herauszuarbeiten, die ihn so faszinierend machen.
Mit welchen gestalterischen Mitteln haben Sie die fortschrittliche Technologie so in das Gerät integriert, dass sich der Benutzer ihrer gar nicht bewusst ist?
Taku Sugawara: Zuerst sortierten wir alle relevanten Informationen. Wir filterten Ideen heraus, mit Bewegung als Leitkonzept, bis wir uns letztendlich entschieden, Rolly selbst zu einem Schalter für verschiedene Funktionen zu machen. Die Lautstärke kann eingestellt werden, indem man Rolly dreht. Um das nächste Stück abzuspielen, schiebt man Rolly vorwärts. Um den Shuffle-Modus einzuschalten, nimmt man ihn hoch und schüttelt ihn. Ich glaube, dass die Tatsache, dass Rollys Abspielfunktionen dadurch gesteuert werden, dass er bewegt wird, dem auf Bewegung basierenden Leitkonzept sehr gut gerecht wird. Ich glaube, was dieses Konzept von anderen unterscheidet, ist, in welcher Form wir konkrete Elemente (wie ein Display für Liedtitel oder Albumcover) eliminiert und gleichzeitig ein direktes Benutzungsfeedback geliefert haben, und zwar mithilfe von Licht und Tönen. Wir haben sichergestellt, dass der Benutzer den Abspielmodus intuitiv an Licht und Ton erkennt. Eine sanft-blaue seitliche Beleuchtung zeigt den normalen Modus an und Violett den Shuffle-Modus. Das ist alles, was neue Benutzer sich merken müssen.
Welches Wunschprojekt würden Sie gerne einmal realisieren?
Yujin Morisawa, Kunihito Sawai, Taku Sugawara: Wir wollen Produkte gestalten, die einfach zu benutzen sind. Das ist ein Ansatz, der sich von bereits bestehenden Produkten unterscheidet. Als Beispiel: Sie benutzen Ihren Fernseher, um Fernsehshows zu sehen, aber wenn Sie ihn für etwas anderes benutzen würden, würde er sich nicht wie ein Fernseher verhalten und Sie würden ihn auch nicht „Fernseher“ nennen. Rolly ist ein Beispiel für ein Produkt, das auf diesem Ansatz basierend hergestellt wurde. Wir würden am liebsten vollständig neue Gestaltungskonzepte entwickeln und mehr Produkte dieser Art gestalten.



