Trendspots red dot award: communication design 2008

Corporate Design

„Auffällig unauffällig“ heißt die Devise in der Kategorie Corporate Design. Den Gestaltern gelingt es, auf dezente aber pointierte Weise den Kern der Marke zu erfassen und die Inhalte kreativ und originell zu vermitteln. Die Unternehmensphilosophie wird auf verschiedenen Ebenen kommuniziert, eine Identifikation mit der Marke ist allgegenwärtig. Komplexe Zusammenhänge erfahren eine formale Reduktion, mit plakativer Frische und einer offenen, fröhlichen Visualität wird eine durchgängig hohe Wertigkeit geschaffen. Mit ikonografisch klaren Lösungen transportieren die Designer das Image der Unternehmen, subtil aber informativ erfährt die Botschaft ihre grafische Umsetzung.

Annual Reports

Im Bereich der Geschäftsberichte ist eine deutliche quantitative Zunahme von Einreichungen zum red dot award: communication design zu verzeichnen. Die Unternehmen haben den Stellenwert von einem durchgängig harmonischen Markenauftritt erkannt. Die gestalterische Qualität der Geschäftsberichte ist außergewöhnlich hoch. Als Konsequenz aus den seit Jahren weiterentwickelten technischen Innovationen präsentieren sich die Arbeiten insgesamt auf einem hohen handwerklichen Niveau. Die Designer haben sich die neuesten Technologien zunutze gemacht und den Umgang mit ihnen perfektioniert. Nicht nur handwerklich muss eine Arbeit stimmig sein, die Gestalter streben nach einem harmonischen Ganzen, das die Unternehmensphilosophie sympathisch und seriös repräsentiert.

Advertising

Mit Humor und hoher Handwerkskunst arbeiten die Designer im Bereich Advertising. Auf subtile Weise wird die Werbebotschaft transportiert. Dabei haben die Kampagnen eine sehr hohe Markenwertigkeit. Das traditionelle Handwerk wird gekonnt in den modernen Kontext gebracht, mit Sympathie und einer neuen Sachlichkeit liefern die Designer originelle Lösungen. Der rasanten Entwicklung im Produktbereich steht das Kommunikationsdesign in der Kategorie Advertising in nichts nach. Die Werbebotschaft ist zunehmend international ausgerichtet, die visuelle Botschaft wird klar und direkt präsentiert. Den Designern gelingt es im Bereich Advertising, Emotionen anzusprechen und eine Basis für die Identifikation mit der Marke zu schaffen.

Packaging Design

Die Vielfalt in der Kategorie Verpackungsdesign beweist die Fülle an Möglichkeiten, der die Designer bei ihrer Arbeit gegenüberstehen. Eine gute Verpackung muss Überzeugungsarbeit leisten, um das Produkt für den Käufer attraktiv zu machen. Auf den ersten Blick muss nicht nur das Image der Marke transportiert werden, gleichzeitig müssen alle Sinne zugunsten der wesentlichen Produkteigenschaften beeinflusst werden. Die Verpackung selbst gewinnt zunehmend an Wert, kulturelle Einflüsse spielen häufig zusammen, wenn es darum geht, eine Basis zur Identifikation zu schaffen. Häufig heißt auch hier die Devise „Weniger ist mehr“. Ein stimmiges, dezentes, aber zugleich informatives Äußeres setzt den Wert des Produktes selbst in Szene. Mit dynamischen und nachhaltigen Designlösungen lenken die Gestalter den Blick auf den Inhalt. Die Marke bleibt ihren Idealen treu und versucht, mit einer prägnanten Designsprache wesentliche Produkteigenschaften zu kommunizieren und ihren Wert zu vermitteln.

Editorial

Im Bereich Editorial gelingt es den Designern, neueste technische Möglichkeiten mit den traditionellen Eigenschaften des Grafikdesigns zu verknüpfen. Die Herausforderung besteht darin, komplexe Zusammenhänge in eine klare Botschaft zu übersetzen. In Zeiten, in denen alles irgendwann schon einmal da gewesen ist, müssen sich die Designer motivieren, den bestehenden Erfahrungsschatz auf innovative Weise zu nutzen. Das Buch als solches gewinnt im Internetzeitalter einen völlig neuen Wert. Die Haptik wird zum wesentlichen Gestaltungsaspekt und vermittelt die Botschaft auf emotionaler, sinnlicher Ebene. Die studentischen Arbeiten sind thematisch intellektuell und gut recherchiert, die Herausforderung liegt in der Kombination zu einem stimmigen Ganzen. Mit typografischer Perfektion werden im Bereich Editorial neue emotionale Werte geschaffen.

Posters

In der modernen Postergestaltung gibt es noch viel Raum zur Entfaltung. Die Gestalter stehen heute vor der Herausforderung, auf eine lückenlose stilistische Gestaltungsgeschichte zurückzublicken und neue Wege der kreativen Entfaltung zu finden. Klare Botschaften und eine globale Designsprache sind die wesentliche gestalterische Motivation in der Postergestaltung. Durch die direkte Kommunikation mit dem Betrachter müssen die Posterdesigner mit Originalität und identifikatorischer Finesse eine breite Zielgruppe in ihren Bann ziehen. Mit Prägnanz und Humor wird die Wahrnehmung des Betrachters auf unmittelbare Weise gelenkt.

Information Design/Public Space

Die Zukunft hat begonnen im Bereich Information Design/Public Space. Die Möglichkeiten in der Gestaltung des öffentlichen Raums scheinen unbegrenzt. Die Designer spielen mit einer aktiven Integration der dritten Dimension. Mit Interaktivität wird die Marke erfahrbar gemacht. Die Präsentation der Unternehmen wird als Erlebnis initiiert. Neueste Technologien und die Vielfalt der digitalen Medien erweitern den Rahmen des Möglichen und können effektiv eingesetzt werden. Interaktive Räume werden geschaffen, die nicht nur Inhalte präsentieren, sondern auch starke Erlebnisse vermitteln. Das Zusammenspiel unterschiedlicher Materialien und Darstellungsformen ist zum Teil perfekt inszeniert. Das virtuelle Leben bricht ein in die reale Welt, und die Botschaft zielt auf die Emotionen der Zielgruppe.

Websites/Interactive Advertising

Im Zeitalter der globalen Vernetzung und der unbegrenzten technischen Möglichkeiten gilt nach wie vor: Je einfacher eine Lösung ist, desto besser. Angesichts der Flut an Informationen ist es eine Herausforderung, klare Statements zu setzen und frische Bilder zu konzipieren. Der zu kommunizierende Inhalt selbst wird zum Hauptakteur, die Gestalter haben erkannt, dass inhaltsleere Tools vom Wesentlichen ablenken. Die Möglichkeit der unmittelbaren Kommunikation wird von den Gestaltern bewusst auf die zu vermittelnden Informationen reduziert. Die Grafik selbst gewinnt wieder mehr an Bedeutung und der Leitspruch „form follows function“ wird im Multimediabereich immer wichtiger.

Interactive Games/Tools

Auch im Bereich Interactive Games/Tools wird deutlich, dass wir in einer zunehmend virtuellen Welt leben. Die Grenzen sind weitgehend aufgehoben, der gestalterische Ansatz gleicht dem der Websitegestaltung. Das zentrale Gestaltungselement ist die Interaktion, die Kommunikation erreicht eine nächste, höhere Ebene. Mit den technisch vielfältigen Möglichkeiten haben sich die Designer arrangiert und besinnen sich zunehmend auf den Inhalt und die zugrundeliegende Idee selbst. Die wesentlichen Aussagen werden klar und informativ vermittelt, über eine möglichst komplexe Verknüpfung der vielfältigen technologischen Möglichkeiten ist die moderne Websitegestaltung schon lange hinaus.

Graphical User Interfaces

Touchscreens kommen immer häufiger im modernen Produktdesign zum Einsatz, Benutzeroberflächen werden immer komplexer. Um die Vorzüge dieser Technologie nutzbar und eine Anwendung in der Praxis so einfach wie möglich zu machen, bedarf es einer klaren gestalterischen Lösung. Der Selbsterklärungsaspekt ist die zentrale Motivation, von der sich die Gestalter bei der Konzipierung von Graphical User Interfaces leiten lassen. Ist eine logische Menüführung gegeben und für den Benutzer auf den ersten Blick erkennbar, welcher Knopf welche Funktion hat, lenkt nichts von dem eigentlich für den Nutzer Interessanten ab. Die Gestalter nutzen Design wieder vermehrt um seiner selbst willen, mit handwerklichem Können liefern sie grafisch optimierte Lösungen.

TV & Cinema

In der Kategorie TV & Cinema gelingt es den Gestaltern, die Inhalte grafisch pointiert in Szene zu setzen. Die enge Verknüpfung von Bild- und Tonelementen erleichtert die Konzeption einer ganzheitlichen Botschaft. Mit einer harmonischen Komposition aus bewegten Bildern und authentischen Geräuschen wird Atmosphäre geschaffen und die Botschaft auf emotionaler Ebene vermittelt. Die technologischen Entwicklungen im audiovisuellen Bereich können sich im Bereich TV & Cinema voll entfalten, das Ergebnis ist die kreativ wie qualitativ herausragende Umsetzung informativer Inhalte.

Sounddesign

Die Kategorie Sounddesign hat sich in den letzten Jahren besonders stark entwickelt. Der gezielte Einsatz von Sounddesign vermittelt vielfältige Informationen auf verschiedenen Ebenen, denn nicht nur bewegte Bilder, auch eine dezent zurückhaltende Klangkomposition sind für ein Designkonzept ausschlaggebend. Den Sounddesignern gelingt die Gratwanderung zwischen Zurückhaltung und Präsenz. Der Klang darf nie dominant sein und muss gekonnt auf die jeweilige Kampagne abgestimmt sein. Dabei ist Sounddesign im Idealfall immer an das Medium angepasst, das es unterstützt. Zur Identitätsfindung einer Marke wird Sounddesign ebenso eingesetzt wie zur Unterstützung atmosphärischer Kreationen. Eingängig, leicht und mit hohem Wiedererkennungswert steuern die Designer mit modernem Sounddesign die Wahrnehmung der Zielgruppe.

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