Die Mobilität der Zukunft - Trendbericht Automobildesign 2009
Die Elektrifizierung des Automobils
Bereits seit mehreren Jahren beschäftigt sich die Automobilindustrie mit Alternativ-Energien für Benzin und Diesel sowie mit umweltschonenderen Technologien. In diesem Bereich scheinen große Chancen für ihre Zukunft zu liegen. Denn Politik und Wirtschaft wollen sich weltweit von der Erdölabhängigkeit befreien, und die Nachfrage nach umweltfreundlichen und wirtschaftlichen Fahrzeugen steigt stetig. Die Mobilität in China und Indien wächst weiterhin rasant, Elektroautos sollen dabei langfristig einen Marktanteil von 15 Prozent erobern und sind vor allem für den Stadtverkehr konzipiert. Der Tata Nano, dessen Verkauf kürzlich in Indien gestartet ist, markiert so gesehen eine neue Ära im Autobau. Aufgabe der Automobildesigner ist es nun, Technologie, Ökologie und Ökonomie in einem stimmigen Design zu vereinen. Mit dem „iChange“ stellt Rinspeed beispielsweise ein Elektro-Fahrzeug vor, das sich mittels eines elektronisch verstellbaren Hecks unterschiedlichen Bedingungen anpassen kann. In der Form des futuristischen Sportwagens findet nur ein Fahrer Platz, hier zählt vor allem der Spaßfaktor. Das Heck kann jedoch aufgestellt werden, sodass hinter dem Fahrer Sitzplätze für zwei weitere Personen entstehen – eine Art kleiner Sport-Van für drei Personen.
Die neuen Dimensionen der Mobilität
Parallel zur westlichen Gesellschaft, in der die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinanderklafft, haben sich auch die Formate der Automobile immer weiter polarisiert. Seit den 1980er Jahren sind die Fahrzeuge stetig gewachsen. Ein Gegentrend, der sich hierzu abzeichnet, wurde ausgelöst vom Smart: Denn auf der anderen Seite werden die Autos immer kleiner, um dem stetig wachsenden Platzproblem in den Metropolen dieser Welt gerecht zu werden. Angesichts des steigenden Individualverkehrs und des wachsenden Umweltbewusstseins werden an Stadtautos immer höhere Ansprüche gestellt: Sie sollen flexibel, klein und gleichzeitig geräumig sein, eine reichhaltige Ausstattung und maximale Sicherheit bieten sowie einen minimalen Kraftstoffverbrauch aufweisen. Intelligentes Design bietet eine Antwort auf diese Anforderungen. Rückbänke und Sitze sind umklappbar, Armaturen werden asymmetrisch konzipiert, sodass auch der Fahrgast hinter dem Fahrer genügend Beinfreiheit hat, und Panorama-Glasdächer lassen ein großzügiges Raumgefühl entstehen. Edle Materialien werden nun auch im Innenraum kleiner Autos verwendet und verleihen den Fahrzeugen damit eine wertige Anmutung.
Van-Coupés – die neuen Formate
Nach wie vor versuchen viele Hersteller, mit Crossover-Modellen die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und den Verkauf anzukurbeln. Große Flexibilität und die Vereinigung der Vorzüge mehrerer Gattungen in einem einzigen Fahrzeug sind hierbei die Verkaufsargumente. Waren es im vergangenen Jahr noch Zwitterformen aus SUV und Coupé, die im Trend lagen, sind es nun Van-Coupés. So verschmelzen beispielsweise die schnittigen Linien und die niedrigen Fenster des Coupés mit der schräg abfallenden Front des Vans. Gestalterisch können solche Vereinigungen allerdings auch die Unterschiede nivellieren und die Fahrzeuggattung „Van“ komplett konterkarieren.
Innovationen im Innenraum
In einer Zeit, in der Unsicherheit und wirtschaftliche Desorientierung an der Tagesordnung sind, greifen übliche Design-Standards nicht mehr. Materialien und Oberflächen müssen sich den neuen Gegebenheiten anpassen. Im Bereich des Interieurs finden daher aktuell viele Innovationen statt. Aus unkonventionellen Techniken entstehen spannende und ungewöhnliche Oberflächen. Die Materialwahl nimmt auch hier großen Einfluss auf den Designprozess, den umweltbewusstes Denken und Handeln prägen. Die Designer erkennen zunehmend die funktionalen und ästhetischen Potenziale der unterschiedlichen Werkstoffe, formale Anregungen finden sie dabei auch in anderen Bereichen wie der Sport- und Modebranche. Das zeigt sich nicht zuletzt in der Verwendung von Hölzern, die ihren Einsatz sonst eher im Yachting-Bereich finden. Edle Materialien werden nun auch verstärkt in kleinen Autos eingesetzt und vermitteln eine neue Wertigkeit.
Weiß und dunkles Silber
Weiß ist nach wie vor die Trendfarbe im Automobilbereich. Silber wird als Lackfarbe dunkler und tendiert zu Nuancen, die ins Steingrau gehen.
Skulpturales Leuchtendesign
Die Scheinwerfer werden als zentrales Element der Front- und Heckgestaltung eingesetzt und verleihen den Fahrzeugen Ausdruck. Dabei werden die Leuchten immer seitlicher angesetzt und gehen so mehr ins Dreidimensionale. Mit moderner LED-Lichttechnik sind mittlerweile regelrechte Lichtskulpturen für das Rück- und Frontleuchtendesign machbar, eine Möglichkeit, die viele Automobildesigner kreativ nutzen. Die neuen Leuchten nehmen die aktuelle Keilform der Automobile auf und werden so zum formalen Element dieser Linie.
Weitere aktuelle Beispiele zu diesen Themen stellen wir Ihnen hier in unserer Fotogalerie vor:

















