
- Alberto Villarreal
04.06.2009
red dot award: design concept-Gewinner Alberto Villareal im Interview
Alberto Villareal, geboren in Mexiko-Stadt, ist Industriedesigner und leitender Designer für Lunar Design in San Francisco. Zu seinen jüngsten Klienten gehören Nike, Hewlett Packard, SanDisk, Adidas und LeapFrog. Er ist ein aktiver Verfechter des Humanitätsgedankens und Mitglied der Fundación UNAM, die für Erziehungsprogramme spendet. Darüber hinaus engagiert sich Villareal ehrenamtlich für humanitäre Projekte für 'Project H Design' und 'Engineers without Borders' (Ingenieure ohne Grenzen).
red dot: Was macht Ihre ausgezeichneten Produkte innovativ und anders?
Alberto Villareal: Der radikal gestaltete MX-Libris nutzt eine Reihe bestehender Technologien und optimiert die Nutzung von Energie und natürlichen Ressourcen. Dazu gehört die Nutzung von gesammeltem Regenwasser für das Kühlsystem, während der CASCUZ als stimmige Kombination aus Helm und Lampe konzipiert wurde, die in starkem Gegensatz zu herkömmlichen unhandlichen Helmen mit angebauter Lampe steht. Der Nutzer erzeugt die Energie, die BrightWalk für die Lampe benötigt. Es ist nicht nur eine Lichtquelle, die es dem Träger ermöglicht, den Weg vor sich zu sehen, sondern sie hilft dem Träger auch, nachts auf der Straße gesehen zu werden.
red dot: Welche Unternehmen sind an Ihren Produkten interessiert oder haben bereits mit Ihnen zusammen an der Entwicklung eines Prototypen gearbeitet?
Alberto Villareal: Was das MX-Libris-Projekt angeht: Zwei Firmen in Mexiko haben Interesse an einer Weiterentwicklung bekundet. Die eine ist eine Taxi-Management-Firma und die andere ein Hersteller. Ich kann keine näheren Angaben machen, aber es besteht das Potential, an einem Prototypen zu arbeiten und gemeinsam ein Testprojekt durchzuführen.
Was bedeutet es, einen red dot zu gewinnen? Hat die Auszeichnung Ihnen dabei geholfen, Ihre Ziele zu erreichen?
Alberto Villareal: Die red dot-Auszeichnungen haben mir auf jeden Fall dabei geholfen, gute Publicity (sowohl in Publikationen als auch in Ausstellungen) und große Anerkennung zu bekommen, da sie diesen Projekten ein international respektiertes „Qualitätssiegel“ verleihen. Der red dot ist eine der renommiertesten Auszeichnungen der Branche. Er gibt Kunden (sowohl ehemaligen als auch zukünftigen) einen Hinweis auf die Erfahrung und Kompetenz des Designers, mit dem sie zusammen arbeiten, und ob er in seinem Bereich auf dem neusten Stand ist.
Ich kann mich glücklich schätzen, dass ich seit 2005 jedes Jahr mindestens einen red dot gewonnen habe (abgesehen von BrightWalk, Cascuz und MX-Libris, habe ich als Mitarbeiter bei Lunar Design auch 2007 einen red dot für das „Habit Forming“-Konzept und zuletzt einen red dot im red dot award: product design 2009 für das Lesegerät SanDisk ImageMate® erhalten).
Welche Reaktionen haben Sie auf Ihre Arbeiten erhalten?
Alberto Villareal: Zu den Reaktionen gehören bedeutende Druckveröffentlichungen wie identity (Nr. 40), Metropolis, Bizz, und Webseiten wie ecofriend und metropolismag. BrightWalk wurde auch auf der Metropolis-Konferenz „Design Entrepreneurs Rethinking Energy“ in New York im Jahre 2007 vorgestellt.
Woher stammt die Inspiration für Ihre Produkte?
Alberto Villareal: Normalerweise beginne ich ein derartiges Projekt, wenn ich ein unbefriedigtes Bedürfnis oder Problem identifiziert habe. Ich schätze, so kreieren heute die meisten Gestalter neue Konzepte. Der schwierige Teil besteht darin, die Konzepte tatsächlich herzustellen und umzusetzen. Man muss viel mehr machen, als nur ein Design zu entwerfen. Man muss in verschiedenen Bereichen, wie zum Beispiel Unternehmertum, Recht, Logistik, Herstellung, etc. tätig werden.
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