Trendspots red dot award: communication design 2009

Digital Games
Die Gestaltung im Bereich „Digital Games“ hat sich in den letzten Jahren deutlich professionalisiert. Der Games-Markt wächst stark, und an den diesjährigen Einreichungen in der Kategorie „Digital Games“ ist deutlich zu erkennen, dass sich die Branche aufgrund der rapiden Fortschritte im Technikbereich im ständigen Wandel befindet. Immer wieder neue Geschäftsmodelle verzeichnen enorme Zuwachsraten. Der Games-Markt ist stark dynamisch und sein Innovationspotenzial sehr hoch, er erfordert von den angesprochenen Spielern große Flexibilität. Mit außergewöhnlich hoher gestalterischer Qualität gelingt es den Games-Designern, sich am Markt zu behaupten und einer anspruchsvollen Erwartungshaltung seitens der Zielgruppe gerecht zu werden. Der technische Fortschritt ermöglicht neue Darstellungsmöglichkeiten mit interaktiven Inhalten, die Arbeiten bewegen sich gestalterisch, inhaltlich und technisch auf höchstem Niveau. Innovative Visionen werden anspruchsvoll und mit interdisziplinärer Professionalität umgesetzt und geben Impulse für das zukünftige Kulturverständnis.

Online Communication
Angesichts des enormen Datenpotenzials des Internets versuchen die Gestalter im Bereich „Online Communication“, das bereits vorhandene Informationsmaterial innovativ zu nutzen und durch eine Fokussierung auf relevante Inhalte das Wesentliche sichtbar zu machen. Es scheint heute unverzichtbar, dass das Potenzial des Mediums Internet in seinem vollen Umfang ausgeschöpft wird. Navigation und Grafik stehen bei der Gestaltung im Vordergrund, die Übersichtlichkeit der Seiten ist von größter Wichtigkeit. Eine klare Struktur hilft, sich angesichts der unzähligen Möglichkeiten zurechtzufinden, und bündelt den inhaltlichen Wert. Faktoren wie Schnelligkeit, Mobilität und Crossmedia werden auch in Zukunft immer wichtiger werden.

Online Advertising
Der technische Fortschritt ermöglicht den Designern im Bereich „Online Advertising“ die Gestaltung aufwendig produzierter Online-Specials mit interaktiven Filmen. Zielgerichtete Online-Werbung, etwa in Form von Interest Based Ads, ersetzen die klassischen Werbebanner und sind auf die individuellen Bedürfnisse des Endverbrauchers zugeschnitten. Trends der Zukunft sind bereits heute erkennbar, das „Social Web“ und „Social Networks“ bekommen einen neuen Stellenwert. Immer mehr in den Vordergrund rücken auch die personalisierten Anzeigen-Schaltungen. Die Gestalter sorgen mit mehr Individualität für Struktur im Dschungel des World Wide Web.

E-Commerce Design
Der Bereich „E-Commerce Design“ bietet Online-Shops mit klaren Layouts, verständlichen Prozessen und sauber gestalteten Konfigurationsmodulen. Mit einer großen Liebe zum Detail werden die Internetseiten ansprechend gestaltet. Die Möglichkeiten der Produktinszenierung sind außerordentlich vielseitig, und die Zukunft verspricht ein hohes Innovationspotenzial. Informationen müssen im Bereich „E-Commerce Design“ nicht nur schnell erfassbar, sondern auch flächendeckend vernetzt sein. Es geht vor allem darum, den Konsumenten mit Angeboten zu verführen, die sich aus dem jeweiligen Surfverhalten erschließen lassen.

Online News
Jederzeit die aktuellsten Inhalte, eine starke Frequenz und ein hoher Informationswert – News-Websites haben sich in der modernen Gesellschaft zu einem der wichtigsten Nachrichtenkanäle etabliert. Die größte Herausforderung, die sich an die Online-Nachrichten stellt, ist es, den Spagat zwischen einer qualitativ hochwertigen, aber dennoch kostenfreien Berichterstattung zu schaffen. Ihre Inhalte werden in Sekundenschnelle verfasst und aktualisiert und bestimmen somit das Tempo der journalistischen Arbeit. Die Gestaltung von Online News muss dabei übersichtlich und seriös sein, die Platzierung von Werbedisplays sollte so geschickt in das Gesamtbild eingefügt werden, dass der Fokus immer auf den eigentlichen Inhalten liegt. Dies stellt hohe Anforderungen an die Portalgestaltung. Die Designer in der Kategorie „Online News“ stellen sich diesen Anforderungen mit Liebe zum Detail bei der Gewichtung von Typografie, Inhaltscontainern und Interaktionselementen. 

Online Community Design
Online Community Design wird in der heutigen Zeit immer wichtiger. Die Designer stehen in diesem Bereich allerdings noch am Anfang. Durch den für Online Communities typischen kostenlosen Zugang konnten sich bislang keine gewinnbringenden Geschäftsmodelle etablieren. Als großes Vorbild dienen die Social Communities allerdings im Bereich der Vernetzung. Das Design in diesem Bereich ist somit richtungweisend für die Weiterentwicklung einer dynamischen Seitenarchitektur.

Online Service Design
Der Bereich „Online Service Design“ zeichnet sich durch eine hohe Relevanz für die unterschiedlichsten Fachbereiche aus. Spezialgebiete, wie beispielsweise die Wissenschaft mit umfassenden Inhalten, werden vom Online Service Design verständlich abgebildet. Die Gestaltung schafft es hier, sehr komplexen Themenbereichen ein übersichtliches und einfach zu bedienendes Interface zu geben. Online Service Design bietet eine Plattform, Inhalte durch eine schlüssige Gestaltung allgemein verständlich zu machen.

Online Education and Knowledge
In der Kategorie „Online Education and Knowledge“ bleibt es vorerst bei konzeptionellen Ideen, die sich jedoch durch eine schlüssige, intelligente Gestaltung auszeichnen. Die Erfassung und inhaltliche Aufbereitung komplexer Themenbereiche und eine adäquate gestalterische Umsetzung in Einklang zu bringen, das ist die größte Herausforderung, der sich die Designer im Bereich „Online Education and Knowledge“ stellen müssen. Je durchdachter das gestalterische Konzept ist, desto höher ist auch der didaktische Wert für den User.

Image Films
Von sachlich bis verspielt, von Minimalismus bis Effekthascherei ist in der Kategorie „Image Films“ alles dabei. Die Vielfalt der Möglichkeiten und die zahlreichen gestalterischen Umsetzungen gelten als Spiegel unserer Zeit. Individualität ist angesagt und alles ist erlaubt. Klar festzulegende Strömungen gibt es nicht. Der Trend geht zum Nicht-Trend, Originalität und authentisch wirkende Erzählstrukturen bestimmen das Design. Es werden weniger abstrakte, vielmehr verständliche und „ehrliche“ Geschichten erzählt, um eine unmittelbare, emotionale Ansprache der Zielgruppe zu gewährleisten.

Graphical User Interfaces
3D, Farbverläufe und Animation sind auf dem Vormarsch in der Kategorie „Graphical User Interfaces“. Diese Merkmale werden jedoch meist nur für Designdetails und Effekte eingesetzt, die keinen ergonomischen Vorteil bringen, sondern eher das Gegenteil bewirken. Die Hersteller legen bei der Interface-Gestaltung von Touchscreens Wert auf die Nutzung der neuesten technologischen Möglichkeiten. Die Entwicklung klarer Bedienkonzepte steht hinter der experimentellen Gestaltung insgesamt nach wie vor zurück. Inzwischen erfolgreich etabliert sind Multitouch-Konzepte, welche sich hinsichtlich der Gestaltung und des Gebrauchswerts alle auf einem sehr hohen Niveau befinden.

Virtual World
Der große Hype um virtuelle Realitäten scheint vorbei zu sein. Die Arbeiten in der Kategorie „Virtual World“ haben jedoch gestalterisch und konzeptionell eine durchgehend hohe Qualität. Ein erwarteter Trend zum „User Generated Content“-Ansatz, wie etwa Facebook, scheint noch nicht in der Industrie angekommen zu sein. An den diesjährigen Einreichungen wird deutlich, dass sich der Bereich „Virtual World“ erst in den kommenden Jahren voll entfalten wird.

Sound Design
Sound Design reicht vom Klingelton bis zum abendfüllenden Spielfilm, die Anforderungen können ganz unterschiedlich sein, und es gilt, Stimmungen einzufangen und diese konsequent akustisch umzusetzen. Im Sounddesign ist es wichtig, dass die Klänge immer analog zum Visuellen gestaltet werden. Für Sounddesigner werden die psychologischen Aspekte der Wahrnehmung von Klang und deren Bedeutung zu einem unverzichtbaren Hilfsmittel, um die jeweiligen Sounds zweckorientiert zu gestalten.

TV & Cinema
Das Design im Bereich „TV & Cinema“ ist von einer hohen filmischen und produktionstechnischen Qualität. Die Gestaltung folgt keinen bestimmten Trends, vermag es jedoch, Stimmungen und allgemeine gesellschaftliche Phänomene gekonnt aufzugreifen. Aktuelle Techniken und Möglichkeiten werden optimal genutzt, und es entstehen dabei markenadäquate Produktionen, die richtungweisend sind.

Corporate Design
In der Kategorie „Corporate Design“ beeindrucken die Designer mit frischen und originellen Gestaltungsansätzen. Eine ehrliche, intelligente Gestaltung wird bewusst genau dort eingesetzt, wo sie den größtmöglichen Nutzen erzielen kann. Die Unternehmensphilosophie wird durch die Gestaltung akzentuiert in Szene gesetzt, und klare, reduzierte Konzepte bestimmen das Bild. Mit individuellen Designlösungen geben die Gestalter eine Richtung vor und setzen Maßstäbe für einen seriösen und zugleich eindrucksvollen Markenauftritt, der für eine Positionierung am globalen Markt unerlässlich ist.  

Advertising
Der Bereich „Advertising“ ist in diesem Jahr gekennzeichnet durch eine klare Gestaltung mit hohem Wiedererkennungswert. Das Design in dieser Kategorie muss eine deutliche Sprache sprechen und auf den ersten Blick überzeugen. Nur so kann mittels Design eine Orientierung gegeben werden, kann sich der Konsument unter zahllosen Produkten zurechtfinden. Ist der Markt übersättigt, bekommt Design eine ganz andere Bedeutung. Nur mithilfe von Designqualität ist eine Differenzierung möglich. Erst wenn eine innovative Idee die passende grafische Umsetzung erfährt, ist Werbung auch gute Werbung. Die Internationalität der Einreichungen zeigt, dass der Markt, und damit das Markenverständnis, schon seit Langem global ausgerichtet ist.

Information Design/Public Space
Das Design im Bereich „Information Design/Public Space“ ist deutlich beeinflusst vom technischen Fortschritt und den damit verbundenen vielfältigen Möglichkeiten. Marken werden erfahrbar gemacht, interaktive Konzepte kombinieren grafisches Können mit modernster Technologie. Die Gestaltung von Messeauftritten wird immer komplexer, und die Designer versuchen, Marken in der dritten Dimension zu inszenieren. Der Raum wird zum ganzheitlichen Erlebnis, die Konzepte wirken frisch und lebendig. Auch Projekte mit geringerem Budget werden gekonnt und eindrucksvoll gestalterisch umgesetzt.

Stamps and Banknotes
Die Kategorie „Stamps and Banknotes“ wurde in diesem Jahr eingeführt, um dem innovativen Potenzial aus dieser Branche Rechnung zu tragen. Eine Bewusstmachung der Bedeutung von Design in allen Bereichen des Alltags ist notwendig, um das allgemeine Designbewusstsein zu stärken. Die Gestalter in der Kategorie „Stamps and Banknotes“ liefern eine hohe Designqualität, mit der unser Alltag nach und nach ästhetisiert werden kann. Jedoch müssen sich die Designer bei der Gestaltung von Wertpapieren zahlreichen Regeln unterwerfen, sodass die Umsetzung des kreativen Potenzials einer großen Sensibilität bedarf.

Editorial
Im Zeitalter der neuesten Technologien und Kommunikationsmöglichkeiten wird dem Bereich „Editorial“ ein besonderer Wert beigemessen. Das Handwerk selbst gehört auch heute noch zu den Voraussetzungen guter Gestaltung. Die Möglichkeiten, die sich den Designern aufgrund der modernsten Technik erschließen, werden intelligent ein- und interessante Designansätze grafisch und materialtechnisch gekonnt umgesetzt. Die Haptik ist dabei besonders wichtig, und das Design wird mittels des Produktes unmittelbar zugänglich gemacht. Die Wertsteigerung des gedruckten Buches ist im digitalen Zeitalter enorm, und die Designer nutzen dieses Kommunikationsmittel, um zentrale Themen in angemessener, hochwertiger Form zu inszenieren.

Annual Reports
Jahresberichte avancierten in den letzten Jahren immer mehr zu Imageträgern für Firmen und werden auch dementsprechend gestaltet. Trockene Statistiken und formelle Berichte waren gestern – die Geschäftsberichte der neuen Generation werden mehr und mehr zu einer Plattform, um die Firmenphilosophie auf innovative und originelle Art und Weise zu inszenieren, ohne dabei unseriös zu erscheinen. Die Wertsteigerung von Geschäftsberichten für den Unternehmenserfolg ist durch einen gezielten Einsatz von gutem Design enorm. Vor allem größere Unternehmen scheuen keinen Aufwand, diesen Mehrwert zu bieten. Allgemein zeichnen sich die Jahresberichte durch eine außergewöhnlich hohe Designqualität mit gekonnter Typografie und aufwendiger Detailgestaltung aus.

Posters
In der Plakatgestaltung wird vermehrt von effektvollen Veredlungsprozessen Gebrauch gemacht, sei es in Form von Stanzungen, Folienprägungen oder anderen modernen Techniken. Vor allem in Asien scheint dieser Trend beliebt zu sein, möge es an der entsprechenden Kultur oder an den technischen Möglichkeiten liegen. Doch einem aufwendigen Herstellungsverfahren sollte immer auch eine einleuchtende konzeptionelle gestalterische Überlegung zugrunde liegen. Nach wie vor gilt aber: Ein Plakat muss auffallen, muss ein Statement verbildlichen und muss den Betrachter unmittelbar und auf den ersten Blick ansprechen. Gelingt es dem Designer, diese Faktoren mithilfe der Gestaltung zu vereinen, kann ein Plakat den Stellenwert eines der wichtigsten Kommunikationsmittel einnehmen.

Games
Die Einreichungen im Bereich „Games“ lassen erkennen, dass sich zukünftig Realität und Fiktion, analoge und digitale Erscheinungsformen mehr und mehr miteinander vermischen. Die Designer beschäftigen sich mit der Frage, wie mittels eines innovativen Spielansatzes Kommunikation intensiviert und attraktiver gemacht werden kann. Die Designlösungen überraschen mit originellen Ideen, die mutig und kreativ umgesetzt werden. Die Möglichkeit der Identifikation ist ein wesentlicher Aspekt der Gestaltung im Bereich „Games“.

Magazines & Daily Press
Das Zusammenspiel von redaktionellem Inhalt und Werbung ist die wichtigste Grundlage für das Design der Kategorie „Magazines & Daily Press“. Ein stimmiges Gesamtkonzept dient dazu, ein Magazin stärker als einheitliches Produkt zu positionieren. Das Design spielt dabei eine zentrale Rolle. Die diesjährigen Einreichungen zeigen, dass das Erfolgskonzept aufgeht: Sind die Werbekonzepte auf das inhaltliche Konzept der Magazine individuell abgestimmt und tritt eine Zeitung oder Zeitschrift selbstbewusst und gestalterisch durchkomponiert auf, ist sie auch auf dem Markt erfolgreicher. 

Typography
Typografie gilt nach wie vor als eine der universellsten, traditionsreichsten und wichtigsten Kategorien im Kommunikationsdesign. Auch im Zeitalter der unbegrenzten Möglichkeiten muss die Typografie grafisch perfekt eingesetzt werden, um eine hohe Qualität der Arbeit zu gewährleisten. Der Umgang mit Typografie sollte dabei immer auch der Arbeit angemessen sein. Die Designer in der Kategorie „Typography“ versuchen, mit einer klaren, frischen Gestaltung Akzente zu setzen und eine qualitativ hochwertige Arbeit zu liefern. 

Packaging Design

Packaging Design ist gerade in Zeiten der Krise so wichtig wie nie zuvor. Der hohe Wiedererkennungswert einer Marke ist ein wesentlicher Faktor zur erfolgreichen Positionierung am globalen Markt. Das Design in der Kategorie „Packaging Design“ zielt zum einen auf eine hohe Funktionalität, das heißt, die Verpackung muss das Produkt optimal schützen, leicht zu öffnen und gut stapelbar sein. Die Verpackung muss auf den ersten Blick überzeugen, muss die Emotionen ansprechen und aus der Masse an Verpackungen, denen der Konsument im Supermarkt gegenübersteht, herausstechen. Zum anderen muss eine Verpackung – und dies ist im Lebensmittelsektor unerlässlich – das Produkt so gut und appetitlich wie möglich in Szene setzen. Sichtbarkeit des Inhalts schafft Vertrauen beim Konsumenten. Die Designer im Bereich der Lebensmittelverpackungen bedienen sich häufig transparenter, hygienischer Materialien, um den Wert des Inhalts zu steigern. Dabei steht das Bestreben nach einer umweltfreundlichen Verpackungslösung im Zentrum des Interesses. Nachhaltigkeit und Wiederverwertbarkeit sind wichtige Faktoren in der Gestaltung von Verpackungen. Klare, minimalistische Gestaltungslösungen werten das Produkt auf und stellen den Inhalt in den Vordergrund.  

 

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