17.02.2010

Belgische Agenturen protestieren gemeinsam gegen rücksichtslose Pitch-Kultur

Auch an der Agenturbranche ist die Wirtschaftskrise nicht spurlos vorübergegangen – im Gegenteil.  Das vergangene Jahr war ein schwieriges:  Entlassungen, Massen-Pitches und immenser Kostendruck  prägten das Jahr 2009. Viele Auftraggeber nutzten und nutzen die Wirtschaftskrise als Totschlagargument, um die Preise immer weiter zu drücken – Pitches für wenig oder kein Geld sind keine Seltenheit.


Jetzt haben sich auf Initiative des Berufsverbands ACC (Association of Communication) renommierte belgische Agenturen zusammengeschlossen, um gemeinsam in einem einwöchigen virtuellen Streik gegen die Unkultur der Pitches zu protestieren. Rund 20 Agenturen, darunter BBDO, Ogilvy& Mather, Saatchi& Saatchi, McCann-Lowe, Polygone und JWT haben als  Zeichen ihres Protestes ihre Websites geschlossen und stattdessen auf Ihren Homepages jeweils einen Ausschnitt aus einem gemeinsamen Protestbrief veröffentlicht. Der Brief beginnt auf famous.de und zieht sich über alle teilnehmenden Websites. Wortführer des Streiks ist der Designer Hugo Puttaert, Gründer und Inhaber von Vision Factory.


In ihrem Protestbrief kritisieren die Agenturen, dass der einst von der ACC und der UBA (Association of Advertisers) verabschiedete Verhaltenskodex für faire Pitches nicht mehr gelte. Statt der ursprünglich vorgesehenen drei würden inzwischen oft mehr als zehn Agenturen in einem Pitch gegeneinander antreten. Die heutigen Pitches, so der Vorwurf,  seien pure Energie- und Geldverschwendung und richteten sich schlussendlich gegen den Kunden selbst: Statt ihre kreative Energie auf die existierenden, zahlenden Auftraggeber zu richten, seien Agenturen gezwungen, diese zu einem großen Teil in Pitches zu investieren – der Kunde werde damit selbst zum Opfer des Systems.  In ihrem Brief rufen die Agenturen die Auftraggeber eindringlich dazu auf, die Regeln des Verhaltenskodex  wieder ernst zu nehmen und fordern die Agenturen auf, den bereits bestehenden Auftraggebern das zu liefern, wofür sie bezahlen:  die bestmögliche Arbeit.


Weitere Informationen auf:
famous.be und www.visionandfactory.com/index.php/Be_hard_to_get