
- Die entkernte "Kathedrale", wie der Anbau der ehemaligen Stadtbücherei auch genannt wurde, bot den passenden Raum für Produktinszenierungen und Sonderausstellungen. Das Foto zeigt die Ausstellung "Lichtformen - Holografie für Design und Architektur" mit Hologrammen aus der Sammlung Fielmann.

- Das Entree wurde für Empfänge genutzt und der Eingangsbereich zur Ausstellungsfläche umfunktioniert. Unter anderem wurde hier der Porsche 911 Carrera als Design Innovation vorgestellt.

- Ein historischer Moment. 1990 erhielt das "Haus Industrieform" einen neuen Namen und wurde in "Design Zentrum Nordrhein Westfalen" umbenannt. Der Kommunikationsdesigner Otl Aicher entwarf ein neues Erscheinungsbild für das Design Zentrum.
1988 - 1996: Neuer Standort - ehemalige Stadtbücherei
1988 zog das „Haus Industrieform" in die ehemalige Stadtbücherei der Essener Innenstadt. Das während des zweiten Weltkrieges im Jahr 1943 bei einem Bombenangriff zerstörte Gebäude wurde 1956 wieder eröffnet und verfügte über eine Ausstellungsfläche von rund 2.500 Quadratmetern für die ständige Produktschau.
Schon damals nutzte das „Haus Industrieform" eine Industrieruine als Ausstellungsort: das ehemalige Büchermagazin der Stadtbücherei wurde entkernt und umgebaut. Dieser Anbau bot den passenden Raum für Produktinszenierungen und Sonderausstellungen.
1990: Ein historischer Moment
1990 erhielt das „Haus Industrieform" einen neuen Namen und wurde zeitgemäß in „Design Zentrum Nordrhein Westfalen" (die Landesbezeichnung wird hier ohne Bindestriche geschrieben) umbenannt. Durch diese Umbenennung wurde die Einbindung in das Land Nordrhein-Westfalen sowie eine klare Abgrenzung zu anderen Städten und Bundesländern deutlich gemacht. Der weltweit renommierte Kommunikationsdesigner Otl Aicher entwarf das neue Corporate Design für die Einrichtung.
Qualifizieren durch Selektieren und Präsentieren
Nach den Geschäftsführern Dr. Paul Mahlberg, Peter Frank und Ulrich Kern übernimmt 1991 Prof. Dr. Peter Zec die Leitung des Design Zentrums. Aus den Beratungen über die eigene Corporate Identity ist hervorgegangen, daß eine Neuorientierung notwendig geworden war. Das Design Zentrum Nordrhein Westfalen definiert sich seither nicht nur als Institution zur Förderung des Designs, sondern vor allem als Forum für Wirtschaft, Politik, Kultur und Öffentlichkeit. Gleichzeitig ist es ein internationales Kommunikations- und Qualifizierungszentrum. Zu den wichtigsten Aktivitäten des Design Zentrums gehören auch designrelevante Messepräsentationen, Tagungen, Seminare, Workshops, Produktpräsentationen und Unternehmensberatung. Um diese Neuausrichtung mit Leben zu erfüllen, wurde Prof. Dr. Peter Zec als Geschäftsführer des Design Zentrums berufen.
Unter dem Motto „Qualifizieren durch Selektieren und Präsentieren“ zeigt das Design Zentrums seither ausgesuchte Designprodukte in der ganzen Welt. So führte die Designförderinstitution erfolgreich deutsches Design in den asiatischen Markt ein. Ein weiteres Instrument der Qualifizierung ist ebenfalls der Designwettbewerb, der immer begehrter wurde. 1993 griff das Design Zentrum Nordrhein Westfalen aktuelle Entwicklungen in der Designszene auf und führt seither jährlich den Designpreis für Kommunikationsdesign durch, der – wie die „Design Innovationen“ für Produktdesign – immer internationaler wird.
Bereits 1992 organisierte das Design Zentrum einen vielbeachteten Kongress zur Zukunft des Designs in Europa mit dem symbolträchtigen Titel „Design quo vadis?“. Damit begann zugleich eine Kooperation des Design Zentrums mit der Europäischen Union, die bis heute erfolgreich ist. Die Ergebnisse des Kongresses, an dem mehr als 750 Personen teilnahmen, wurden in einer offiziellen Dokumentation der EU mit dem Titel, „Essener Design Charta“ zusammengefasst.
Das Design Zentrum geht um die Welt.
Das Design Zentrum eröffnete Büros in Tokio und Singapur. Mit der Ausstellung und der Publikation „German Design made in NRW“ präsentierte das Design Zentrum erfolgreich nordrhein-westfälische Produkte und Unternehmen in Tokio, Seoul Taipeh, Singapur, Jakarta, Bangkok, Kuala Lumpur, Shanghai und Hongkong. Auch die Ausstellungen „German Design Standards“ und „Five Spirits of Design“ in Hongkong, Singapur und Sidney fanden großen Zulauf.
Das Design Zentrums Nordrhein Westfalen ist Mitglied im ICSID und in ICOGRADA. Darüber hinaus ist Prof. Dr. Peter Zec seit 1999 im Vorstand des ICSID.
Meilensteine – Design hat viele Formen
Die traditionellen Formschauen und Formdiskurse hinter sich lassend, hat das Design Zentrum Nordrhein Westfalen in den 1990er Jahren eine Reihe von Ausstellungen für Unternehmen wie Tupperware, Coca-Cola und Niessing organisiert. Hier standen Fragen nach der Integration von Design in die unternehmerischen Prozesse und in die Unternehmenskommunikation im Vordergrund.
In weiteren Ausstellungen wie „Entstehung des Neuen“ sowie „erkennen erkennen“ für die Rütgers AG bearbeitete das Design Zentrum die Frage, inwieweit Lernprozesse in großen Unternehmen mit Hilfe einer prägnanten Formgebung unterstützt werden können. Weitere Themen in diesen Ausstellungen waren die Einbindung der Mikroelektronik und eine gebrauchsfähige Formgebung.



