Jun Akabane, Manager Product Design Section, Nikon Corporation

Interview mit Jun Akabane, Manager Product Design Section, Nikon Corporation

red dot: Inwieweit sind die in Shunde präsentierten Ausstellungsstücke, die Nikon Coolpix S1000pj und die Nikon D5000, Beispiele global erfolgreichen Designs?
Beide Produkte verfügen über innovative Funktionen, die sowohl den Spaß am Fotografieren als auch die praktische Benutzung der Kameras verbessern soll. Die Coolpix S1000pj war die erste Kamera mit eingebautem Projektor weltweit. Unser Ziel war es, die Beschränkungen der Kamerabildschirme aufzuheben und Verbrauchern die Möglichkeit zu geben, einem größeren Publikum größere Bilder zu zeigen. Die D5000 verfügt über einen klapp- und schwenkbaren Bildschirm, der dem Benutzer mehr Freiheiten gibt und anspruchvolleres Fotografieren ermöglicht. Dies sind relevante praktische Verbesserungen im Bereich der Kameragestaltung, von denen Benutzer rund um die Welt profitieren.  

red dot: Mit welchen Strategien kann sich ein Unternehmen auch langfristig internationalen Erfolg sichern?

Nikon wurde als ein Unternehmen zur Glasherstellung für optische Produkte gegründet. Und auch heute liegt unsere Kernkompetenz im Bereich der optischen Technologie. Unsere Produkte haben bereits einen erstklassigen Ruf und einen globalen Kundenstamm. Dennoch müssen wir fortfahren, die Bedürfnisse der neu entstehenden Märkte zu erkennen und uns anzupassen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Styling und Benutzerschnittstellen müssen ständig auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden, um die Benutzerfreundlichkeit zu verbessern und das Interesse der Verbraucher zu sichern. Das ist auch wichtig, da es die Konsistenz zeigt, mit der wir uns dem wachsenden Wissen und den Bedürfnissen der Konsumenten anpassen.
 
red dot: Inwieweit berücksichtigt ein global operierendes Unternehmen wie Nikon nationale und regionale Aspekte?

In den meisten Fällen ist die Art und Weise, wie Menschen Fotos machen, rund um die Welt ähnlich. Daher ist die physikalische Form unserer Produkte rund um den Globus universell. Das gilt insbesondere für professionelle Kameras, ein Bereich, in dem wir die beliebteste Marke sind. Bei unseren Konsumgütern müssen wir jedoch nationale und regionale Präferenzen berücksichtigen und die können manchmal einfach in Farbvarianten einer bestimmten Kamera bestehen. Sowohl aus dem Wunsch heraus, bessere Produkte zu entwickeln, als auch aus wirtschaftlichen Gründen ist es wichtig, die Bedürfnisse unserer Kunden zu berücksichtigen, unabhängig davon, wo sie leben.

red dot: Was sind Ihre Erwartungen bezüglich zukünftiger Entwicklungen im chinesischen Markt?
Wir für die meisten globalen Marken ist China auch für Nikon ein wichtiger Produktions- und Entwicklungsstandort. Besonders weil wir enge Nachbarn sind, beabsichtigen wir unsere Beziehung auszubauen und Vorteile für beide Länder zu entwickeln. Darüber hinaus wird es, mit Hinblick auf die Weiterentwicklung der chinesischen Wirtschaft, interessant sein, einerseits zu sehen, wie sich die Konsumgesellschaft weiterentwickelt, und andererseits den Aufstieg Chinas inländischer Produkte zu beobachten – und welche Auswirkungen das auf Unternehmen wie uns haben wird.

red dot: Worin bestehen Ihrer Meinung nach die größten Unterschiede zwischen dem chinesischen und dem westlichen Markt?
Traditionelle Werte sind wichtig in westlichen Märkten. Sie spielen eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, die Leistung guter Gestaltung zu bewerten. Darüber hinaus haben Menschen aus westlichen Ländern ein klares Bild von bestimmten Marken, speziell von historischen Firmen wie Nikon und auch vom Kameradesign. In östlichen Ländern liegt der Schwerpunkt auf neuen Konzepten und Technologien, daher sind Innovationen in Bezug auf Styling und Schnittstellen vorrangig. Wir versuchen diese Erwartungen zu kombinieren, unser Markenerbe zu berücksichtigen und gleichzeitig innovative Technologien und neue ästhetische Faktoren zu integrieren. Es ist ein Kompromiss, der funktioniert – das Beste aus Ost und West!