
- Stephan Niehaus | www.hilti.com
Stephan Niehaus, Hilti: "Gutes Design kann in seiner sinnlichen Erlebbarkeit dem Betrachter oder Anwender vor Begeisterung das Wasser in die Augen treiben - bestenfalls über die gesamte Lebenszeit eines Produktes."
Die erste Hürde ist genommen: Die Anmeldephase zum red dot award: product design 2011 ist beendet, viele Tausend Innovationen wurden ins Rennen geschickt. Dabei haben sowohl etablierte Markenhersteller als auch jüngere Kreativschmieden dem red dot design award einen Teilnahmerekord beschert: Noch nie in der Geschichte des Wettbewerbs wurden so viele Produkte eingereicht wie in diesem Jahr – ein klares Zeichen für den Mut, sich dem Urteil der unabhängigen Juroren zu stellen. Ob dieser belohnt wird, zeigt sich bereits in wenigen Wochen, wenn feststeht, wer mit dem red dot award: product design 2011 prämiert wurde.
Spannend bleibt auch, wer in diesem Jahr das Rennen um den begehrten Titel „red dot: design team of the year“ machen und auf der Preisverleihung am 4. Juli 2011 den Wanderpokal Radius als Symbol der höchsten Auszeichnung der Designwelt entgegen nehmen wird. Zum Abschluss unserer red dot best practice-Reihe möchten wir Ihnen daher Stephan Niehaus, Chefdesigner von Hilti, dem red dot: design team of the year 2010, vorstellen.
Stephan Niehaus, mit welcher Herausforderung sahen Sie sich bei der Gestaltung und Umsetzung des Abbruchhammers „TE 3000AVR“ konfrontiert?
Stephan Niehaus: Der Abbruchhammer TE 3000-AVR ist ein Gerät in einer für uns neuen Größendimension sowie in einem neuen Anwendungsgebiet. Seitens des Designs bedurfte es dazu eines unverwechselbaren Ausdrucks, der das Wesen des Produkts semantisch in den Designcharakter transferiert, sowie einer Gestaltungssprache, die zugleich Modernität und Beständigkeit in sich vereint. Die tatsächliche Herausforderung war dann, diese gestalterischen Inhalte mit den funktionalen und ergonomischen Aspekten optimal in Einklang zu bringen.
Welches war die bisher größte Aufgabe, vor die Sie bei einem Projekt gestellt wurden?
Stephan Niehaus: Eine der komplexesten Aufgaben war sicherlich die 2004 erfolgte Definition der ganzheitlichen Designsprache unserer Produkte. Hier war die Suche nach Themen, die bei einer so starken Marke wie Hilti durch die Designhistorie und durch neue, innovative Stilelemente getragen wird, eine sehr komplexe und gleichzeitig ungemein faszinierende Aufgabe. Ihre Lösung stellte die gestalterische Interpretation der Markenidentität und so die Basis für die fast zeitgleich durchgeführte Neudefinition des gesamten Corporate Designs dar.
Wie schätzen Sie die Entwicklung des Designs in Ihrer Branche ein?
Stephan Niehaus: Noch vor einigen Jahren hätte man sich nicht vorstellen können, wie wichtig Design als Innovation schaffender und emotionalisierender Faktor in der Investitionsgüterbranche werden kann. Heute sind im Anspruch an das Design zwischen den B2C- und B2BBranchen kaum noch Unterschiede festzustellen. Nach einer ersten Dekade reinen „Per-se-Designs“ versteht man Design mittlerweile in vielen Unternehmen als eine Disziplin, die Produkt- und Markenwelten schaffen kann und so die Unverwechselbarkeit der Marke generiert.
red dot: Welches Wunschprojekt würden Sie gerne einmal realisieren?
Stephan Niehaus: Drei Monate Abenteuer-Weltreise mit der Familie.
red dot: Welche Designphilosophie beeinflusst Ihre Arbeit?
Stephan Niehaus: Wenn man so will ist die Natur mit ihren Prinzipien und Prozessen die faszinierendste Designphilosophie überhaupt, die nicht nur die Arbeit, sondern das ganze Leben beeinflusst. Auf das direkte, tägliche Arbeitsumfeld bezogen, ist es sicherlich die eigene Designphilosophie, die wir für die Marke Hilti entwickelt haben.
red dot: „Ich kann nicht leben ohne die Gewissheit, dass ...?
Stephan Niehaus: ... innerhalb der sich ständig verändernden Welt immer wieder neue, bessere Lösungen entwickelt werden können, indem Menschen gemeinsam auf wichtige Ziele zuarbeiten.
... und zum Frühstück immer ein guter Kaffee dazugehören wird.






