Prof. Dr. Winfred Kaminski

Game-Design als Gradmesser für Spielqualität: Prof. Dr. Winfred Kaminski wird red dot-Juror

Lange vorbei sind die Zeiten „kultiger“ Pixel-Spiele und Klötzchen-Grafiken. Seit Jahren ist Fotorealismus bei Games angesagt, denn die ausufernden Möglichkeiten von Soft- und Hardware geben mittlerweile bildliche Standards vor, die nicht nur Spiele-Entwickler, sondern auch TV- und Kinoproduktionen beeinflussen. Die Gaming-Industrie hat sich als Treiber aller visuellen Medien etabliert. Gerade jetzt, an der Schwelle zum „Hyperrealismus“ und zu wirklich ausgereiften 3D-Animationen, stellt sich die Frage: Was tun mit der neuen Perfektion? Professor Dr. Winfred Kaminski bewertet künftig für den red dot design award, ob der technische Bombast auch ansprechend, sinnfällig – und vor allem den Spielspaß fördernd – genutzt wird.

„Clash of Realities“, so bezeichnen Winfred Kaminski und Martin Lorber vom Software-Marktführer Electronic Arts das Zusammenprallen der virtuellen und der realen Welt. Als sie den Begriff 2006 erstmals prägten, nutzten sie ihn sogleich als Aufhänger und Titel einer Konferenz, die über „Computerspiele und soziale Wirklichkeit“ aufklären sollte. Ein Riesenerfolg, der seitdem alle zwei Jahre wiederholt wird. International renommierte Wissenschaftler, unter anderem vom Massachusetts Institute of Technology (MIT), erhalten eine hochangesehene und medial stark begleitete Plattform für den Austausch über Themen wie „Video Games: The most Emotional of all Media“ oder „Spiel-Gründe: Zum Verhältnis von Architektur und Games“. 2012 findet der Clash of Realities bereits zum vierten Mal statt.

Der Kulturwissenschaftler Winfred Kaminski ist Professor an der Fachhochschule Köln. Er gilt als einer der profiliertesten Forscher in der fachübergreifenden Auseinandersetzung mit Computerspielen und virtuellen Welten. Ab Sommer 2011 wird er erstmals als Jurymitglied des red dot award: communication design über die Gestaltung der eingereichten Games befinden.