Die Google Self-Driving Car Prototypen wurden entworfen um auf Knopfdruck zu fahren.
An ihnen wurde die neueste Selbstfahrer-Software und Hardware von Google getestet um mehr über die Möglichkeiten von selbstfahrenden Fahrzeugen zu erfahren.
Google hat eine Software entwickelt, die es einem Computer ermöglicht, die Welt zu sehen und zu interpretieren, die ihn umgibt.
Der Prototyp sieht nicht wie ein normales Auto aus und wird auch nicht wie eins verwendet.
Designerin Yoojung Ahn und ihr Team wurden für die Arbeit am Google Self Driving Car mit dem Red Dot: Luminary ausgezeichnet.

25.04.2017

Das „Self-Driving Car“ von Google – Interview mit Designerin Yoojung Ahn

Der Red Dot: Luminary ist die höchste Auszeichnung im Red Dot Award: Design Concept. Als ein leuchtendes Beispiel wurde 2016 ein Konzept unter den 42 Siegern des Red Dot: Best of the Best ausgewählt. Der Red Dot: Luminary ist Inspiration und Ansporn zugleich. Der Sieger ist in diesem Jahr das Google Self-Driving Car. Dabei handelt es sich um ein Fahrzeug, das ohne menschliches Zutun autonom fährt. Im Interview mit Red Dot spricht die verantwortliche Designerin Yoojung Ahn über die Entwicklung des Autos und über Zukunftspläne.

Red Dot: Was für Erfahrungen haben Sie bei der Entwicklung des Google Self-Driving Cars gemacht?
Yoojung Ahn: Es war anregend, mit einem leeren Blatt Papier zu beginnen und zu fragen: „Was soll bei diesem Typ Fahrzeug anders sein?“ Wir begannen mit dem Wichtigsten: Sicherheit. Unsere Fahrzeuge haben Sensoren, die keine toten Winkel haben. Sie können in allen Richtungen Objekte bis in etwa 200 m Entfernung ausmachen. Dies ist besonders sinnvoll auf stark befahrenen Straßen mit vielen Kreuzungen. Wir haben unsere Erfahrungen mit dem Innenraum neu überprüft. Das Design wurde für Passagiere und Fußgänger optimiert, anstatt für den Fahrer oder die Fahrerin. Wenn niemand fährt, braucht man weder Lenkrad noch Pedale. Der Innenraum ist gänzlich symmetrisch, geräumig und bekommt Licht durch Panoramafenster, die die Aufmerksamkeit der Passagiere nach außen lenken. Zwei Sitze mit Sicherheitsgurten, Platz für das Gepäck der Fahrgäste, Tasten zum Starten und Stoppen und ein Bildschirm, der die Route anzeigt – das ist es.

Wurden bestimmte Design-Ansätze verwendet, als es um die Entwicklung der Nutzererfahrung ging?
Üblicherweise definieren die meisten Designer bei der Entwicklung eines Autos zunächst ihre Zielgruppe, untersuchen Anwendungsfälle und bewerten dann ihr Auto im Vergleich zu anderen Fahrzeugen von anderen Herstellern. Wir haben allerdings das allererste selbstfahrende Auto entworfen und konnten daher auf keine Vorgeschichte zurückgreifen. Wir sammelten Ideen und forschten, um mögliche Anwendungsfälle und Nutzererfahrungen ausfindig zu machen. Dann bauten wir erste Prototypen, um unsere Ideen zu testen. Wir entwarfen den derzeitigen Prototypen, nachdem wir eine detaillierte Design-Studie abgeschlossen hatten.

Können Sie den Design-Prozess bei Google beschreiben?
Wenn wir uns auf den Nutzer oder die Nutzerin konzentrieren, das ist unsere Überzeugung, wird alles andere folgen. Wir bringen dieses Prinzip in unseren Entwurf ein, indem wir Erfahrungen herstellen, die unsere Nutzer und Nutzerinnen gleichermaßen überraschen wie aufklären.

Was hat Sie hinsichtlich der Motivation, der Form und dem Material zum Google Self-Driving Car inspiriert?
Ich wollte über das herkömmliche Fahrzeug hinaus denken und mich darauf konzentrieren, eine einfache, ehrliche, machbare und reizvolle Erfahrung für den Alltag zu gestalten. Für mich bedeutet Gestalten mehr als nur Styling. Jedes Teil unseres Fahrzeugs sollte einen Sinn haben.

Was bedeutet es Ihnen, Preisträger des Red Dot: Luminary zu sein?
Es ist ermutigend zu erleben, dass Red Dot eine Technologie und ein Design würdigt, die beide gänzlich neu sind. Gutes Design ist ein entscheidender Teil, um selbstfahrende Fahrzeuge in diese Welt einzuführen. Unsere oberste Priorität besteht darin, sicherzustellen, dass Menschen sich in unseren Fahrzeugen wohhl und sicher fühlen. Und es ist spannend zu erleben, wie Red Dot diese Design-Prinzipien anerkennt und ehrt.

Können Sie uns noch etwas über Ihre Zukunftspläne erzählen?

Seit der Einführung unseres ersten Fahrzeug-Prototyps haben wir unser Testprogramm auf insgesamt vier Städte in den USA ausgedehnt. Und wir sind bereit, unserer Flotte weitere Fahrzeuge hinzuzufügen. Derzeit statten wir hundert neue 2017 Chrysler Pacifica Hybrid Minivans mit unseren selbstfahrenden Sensoren und der Software aus.

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