Thebe Ikalafeng
Prof. Philipp Teufel
Thilo von Debschitz
Akira Kobayashi

04.08.2017

Mit dem Gespür für gutes Kommunikationsdesign und Kreativität: die Jury 2017 (Teil 6)

Das Herz des Red Dot Award: Communication Design ist die Jury. Mit ihrer Expertise bewertet sie jedes Jahr tausende von Einreichungen individuell und auf der Grundlage feststehender Kriterien. 2017 sind es 24 weltweit anerkannte Experten, die in Essen zusammenkommen, um gemeinsam in einem mehrtägigen Prozess über die Vergabe des begehrten Labels „Red Dot“ zu entscheiden. Teil der Jury sind in diesem Jahr unter anderem Thebe Ikalafeng, Philipp Teufel, Thilo von Debschitz und Akira Kobayashi.

Afrikanischen Markenarchitektur
Er ist einer der weltweit führenden afrikanischen Marken- und Reputations-Architekten: der in Südafrika geborene Thebe Ikalafeng. Zudem ist er als Berater und Autor tätig und hat mit über 100 Marken gearbeitet. Und die Zahl 100 spielt auch noch an anderer Stelle in seinem Leben eine Rolle, denn er wurde vom „New Africa Magazine“ zu einem der 100 einflussreichsten Afrikaner ernannt. Das kommt nicht von ungefähr: Er gründete nicht nur die „Brand Leadership Group“ und die Initiativen „Brand Africa“ und „Public Sector Exellence“, er ist nebenbei auch Aufsichtsratsmitglied bei „Cartrack  Holdings”, „Mercantile Bank Holdings”, „Brand South Africa”, „World Wide Fund for Nature” und „South African Tourism” sowie Beiratsmitglied der „Henley Business School Africa” und des „African Business Magazine”. Ausgebildet wurde er an der Marquette University, der Wits Business School und der Harvard Business School und schloss diese mit dem Bachelor of Science und dem Master of Business Administration ab. Auch privat lässt Thebe Ikalafeng keine Langeweile aufkommen: Er bestieg bereits den Kilimanjaro und bereiste über 70 Länder. 

Szenografie-Experte
Weniger mit Markenarchitekur, dafür umso mehr mit Szenografie setzt sich Professor Philipp Teufel auseinander. Er studierte Visuelle Kommunikation und Szenografie an der Hochschule für Gestaltung in Schwäbisch-Gmünd und war von 1985 bis 1995 Partner des Designbüros „conceptdesign“ in Frankfurt am Main, bis 2007 Mitglied der Ateliersgemeinschaft „nowakteufelknyrim“ und leitet seit 2008 das Atelier „malsyteufel“ in Willich. Zu seinen wichtigsten Projekten im Bereich der Szenografie gehören beispielsweise das Deutsche Filmmuseum, das Neue Museum Berlin und das Haus des Waldes in Stuttgart. Von 2010 bis 2015 leitete er stellvertretend die Szenografie des Humbolt-Forums im Berliner Schloss und war drei Jahre parallel dazu Teil des Kunstbeirats für grafische Gestaltung der Sonderpostwertzeichen beim Bundesfinanzministerium. Seit über 20 Jahren lehrt und forscht Philipp Teufel zudem an der Hochschule Düsseldorf im Bereich 3D-Kommunikation und leitet dort den Bachelor-Studiengang Retail Design. Wäre er nicht Designer geworden, wäre Professor Philipp Teufel am liebsten Trainer des FC Barcelona.

Designer und Autor
Juror Thilo von Debschitz studierte Kommunikationsdesign an der Hochschule RheinMain und schloss dort mit Diplom ab. Nachdem er in verschiedenen Büros als Art Director gearbeitet hat, gründete er 1997 zusammen mit Laurenz Nielbock die Designagentur Q in Wiesbaden. Neben seiner Agenturtätigkeit gibt er Bücher mit visuellem Schwerpunkt heraus. Für besondere Beachtung in der weltweiten Kreativszene sorgte beispielsweise seine Wiederentdeckung des Infografik-Pioniers Fritz Kahn und die gleichnamige Monografie („Wiederentdeckte Bildwelten – Fritz Kahn als Pionier der Informationsgrafik“) im Taschen-Verlag. Thilo von Debschitz hat Lehrtätigkeiten an der Hochschule RheinMain und am Institut für Marketing und Kommunikation in Wiesbaden ausgeübt, außerdem ist er vielfach als Sprecher zu Themen in Sachen Design aktiv. Trends behält er unter anderem im Auge, indem er die junge Designgeneration verfolgt. Vor allem bei Studenten und aufstrebenden Büros ließen sich Ideen erkennen, die oftmals ihrer Zeit voraus seien.

Fachmann für Schrift und Zeichen
Er arbeitete bereits mit Typographiegrößen wie Adrian Frutiger und Hermann Zapf zusammen, startete seine Karriere jedoch ein wenig kleiner: Akira Kobayashi begann 1983 als Type Designer bei Sha-Ken Co., einem Hersteller für Fotosatzdrucker. 1989 verließ er das Unternehmen zugunsten eines Studiums der Kalligraphie und Typographie in London. Nach seiner Rückkehr nach Japan im Jahr 1990 folgten Stationen bei Jiyu-Kobo, TypeBank und Type Project’s. Nachdem er dort das Design des lateinischen Alphabets für die japanische Schriftart „Axis“ entworfen hatte, zog er 2001 nach Deutschland und trat seine jetzige Stelle als Type Director bei Monotype, ehemals Linotype, an. Gemeinsam mit den Designern Adrian Frutiger und Hermann Zapf modernisierte er zudem deren frühere Schrift-Designs. Neben all dem entwirft er seine eigenen Schriften und ist regelmäßig als Sprecher bei internationalen Type-Konferenzen und Workshops in Europa, Amerika und Asien unterwegs und ist als Juror in angesehenen internationalen Schriftdesign-Wettbewerben beschäftigt.

» Jury Special 1: Michel de Boer, Bettina Schulz, Chris Lee und Christof Rezk-Salama
» Jury Special 2: Rainer Hirt, Eric Chang, Kelley Cheng und Michel Chanaud
» Jury Special 3: Shu Chang Kung, Renne Angelvuo, Seung Hun Yoo und Jean Jacques Schaffner
» Jury Special 4: Uwe Melichar, Damon Aval, Gustavo Greco und Holger Windfuhr
» Jury Special 5: Johnason Lo, Niels Schrader und Peter Philippe Weiss

» Weitere Informationen zum Red Dot Award: Communication Design 2017