Der Neubau des Kunstmuseum Basel
Mittels Licht und Schatten können Text und Formelemente entstehen
"Die veränderte typografische Botschaft verleiht dem Gebäude einen hohen visuellen Reiz", urteilt die Jury
"iart" - die Designer hinter dem "Lichtfries"

02.05.2017

Ausgezeichnetes Design und seine Macher: das „Lichtfries“

Einmal im Jahr zeichnet die Jury des Red Dot Award: Communication Design Projekte von hoher Designqualität aus. Unter den Arbeiten, die mit einem Red Dot: Best of the Best prämiert wurden, vergibt die Jury den Red Dot: Grand Prix. 2016 ging diese höchste Einzelauszeichnung an das Fassadenprojekt „Lichtfries“ („Light Frieze“), gestaltet von Christ & Gantenbein zusammen mit iart aus Basel.

Symbiose aus Licht und Stein
Die Fassade des Neubaus des Kunstmuseums Basel umzieht auf einer Höhe von zwölf Metern ein drei Meter hoher Fries. Seine schmalen, horizontal verlaufenden Fugen bilden ein feines Relief und werden vom einfallenden Tageslicht verschattet. Diesen Effekt nutzt der Lichtfries als gestalterisches Mittel. In die Fugen sind weiße LEDs eingelegt, die von der Straße nicht sichtbar sind, die speziell geformten Hohlkehlen jedoch präzise ausleuchten. Durch die Reflexion am hellen Friesstein entsteht so ein indirektes, diffuses Licht, das zur Darstellung von Text- und Formelementen genutzt werden kann. Die subtile Bespielung des Frieses lässt die Fassade mal mehr und mal weniger transparent wirken und suggeriert unterschiedliche Interaktionen zwischen dem Gebäudeinnern und dem Stadtraum. Tagsüber entspricht die Helligkeit der beleuchteten Fugen der Umwelt. Für den Betrachter entstehen Licht- und Schattenbilder, die flüchtig sind und dennoch so solide wie das Mauerwerk erscheinen. Bei abnehmendem Tageslicht passt sich auch der Fries den neuen Umgebungsverhältnissen an und nimmt an Strahlkraft zu.

Red Dot: Grand Prix für „Lichtfries“
Die Red Dot Jury fasste zusammen: „Die Lichtfries-Medienfassade des Kunstmuseums Basel fasziniert mit ihrem poetischen Ausdruck auf der Grundlage des anspruchsvollen Zusammenspiels von Form, Architektur und Licht. In Einklang mit dem Material aus Stein, entfaltet sich die Wirkung von ständig wechselndem Grau und Weiß wenn sich das Tageslicht ändert. Die so veränderte typografische Botschaft verleiht dem Gebäude einen hohen visuellen Reiz.“ Diese herausragende Designleistung wurde von den Juroren mit dem Red Dot: Grand Prix gewürdigt. Red Dot sprach mit den Designern von iart Basel.

Red Dot: Wie überzeugen Sie Kunden?
iart: Wir überzeugen Kunden, indem wir sie in den kreativen Prozess des Projekts einbinden.

Wie erzeugen Sie Aufmerksamkeit?
Wir erzeugen Aufmerksamkeit indem wir herausragende Arbeiten liefern.

Wie gehen Sie mit Konkurrenz um?
Indem wir konstant nach Innovationen streben.

Was ist Ihr persönlicher Schlüssel zum Erfolg?
Neugierig bleiben und den Status Quo nicht akzeptieren.
Was sind die größten Herausforderungen in Ihrem Arbeitsalltag?
Zu akzeptieren, dass wir nicht alles machen können, was wir gerne machen würden.

Red Dot Award: Communication Design 2017
Seit 25 Jahren bietet der Red Dot Award: Communication Design Agenturen, Designern und Unternehmen aus aller Welt eine Plattform für die Evaluierung ihrer Gestaltungs- und Kreativleistungen. Derzeit können sie ihre Arbeiten und Projekte zum internationalen Wettbewerb einreichen, der in 18 Kategorien ausgeschrieben wird. Eine 24-köpfige Jury wird jeden einzelnen Beitrag individuell bewerten und das Red Dot-Siegel ausschließlich an diejenigen vergeben, die mit guter Designqualität und Kreativität überzeugen. Bis zum 14. Mai läuft die reguläre Anmeldephase. „Latecomer“ können bis spätestens 9. Juni 2017 ihre Projekte einreichen.

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