Der Omni-Fuse von VIBRAM in Kooperation mit Hankook Tire
Von der Mitte der Sohle bis zum Vorderfuß zieht sich ein Kohlefaser-Stabilisator, der für Gleichgewicht auf unebenen Untergründen sorgt.
Das Schuhkonzept verspricht eine einfache Handhabung für leichtes Gelände
Robert Lee ist der Designer des Omni-Fuse

29.08.2017

„Omni-Fuse“ von VIBRAM und Hankook Tire – Interview mit Designer Robert Lee

Das Resultat der Kollaboration zwischen dem amerikanischen Unternehmen VIBRAM und der koreanischen Firma Hankook Tire ist „Omni-Fuse“, ein mit dem Red Dot: Best of the Best ausgezeichnetes Designkonzept. Omni-Fuse ist ein sich selbst anpassendes Schuhkonzept, das innovative Komponenten für leichtes Wandern nutzt. Mit über sechs technischen Funktionen ist es gut gerüstet für unebene und unerwartete Untergründe. Das Konzept basiert auf der Idee, dass der Nutzer einfach in die Schuhe hineinschlüpfen und sofort loslaufen kann. Darum hat der Schuhe keine Schnürsenkel und er muss nicht gereinigt oder angepasst werden. Könnte dies die Zukunft der Wanderindustrie sein?

Das Omni-Fuse-Projekt ist der Grund, weshalb Hankook Tire 2016 zum ersten Mal im Red Dot Ranking für Unternehmen gelistet wurde. Jedes Jahr werden in den drei globalen Red Dot Rankings die Top 15 Unternehmen, Design Studios und Universitäten, die überragende Designleistungen erzielt und kontinuierlich in Design und Innovation investiert haben, aufgeführt. Um diese zu ermitteln nutzt das Red Dot Institut eine Formel, die die Gesamtzahl und die Klassifizierung aller Awards der letzten fünf Jahre berücksichtigt.
Red Dot sprach mit Robert Lee (VIBRAM), dem Designer von Omni-Fuse, über seine Motivation, sein Leben und seinen Anspruch als Designer:

Red Dot: Wann wollten Sie zum ersten Mal Designer sein?
Robert Lee: Ich wollte Designer werden, seit ich ein kleines Kind war. Mein Vater liebte Autos und nahm mich zu einer Vielzahl von Autohäusern mit, als er nach einem Wagen suchte. Ich spielte mit allem herum: von Türen und Schaltern bis hin zu Bedienknöpfen. Während unserer Testfahrt diskutierten wir was wir mögen, nicht mögen und was getan werden kann, um das Design und das Fahrerlebnis zu verbessern. Von da an wusste ich, dass ich in die Design-Industrie möchte, sodass ich die Designs, die ich nicht mag, verbessern kann.

Wenn Sie jungen Designern oder denen, die überlegen in den Bereich zu gehen, einen Rat mit auf den Weg geben könnten, was würden Sie sagen?
Forsche und übe. Gehe raus und versuche immer neue Sachen. Finde heraus was den Trend bestimmt, was eine Verbesserung braucht und warum gewisse Designs auf ihre Weise funktionieren.

Was war bis jetzt der größte Moment in Ihrer Designkarriere?
Die „Made in USA“-Außensohle für die Ralph Lauren Bootsschuhe zu gestalten, die alle Athleten während der Olympischen Spiele 2016 in Rio trugen.

An welchem Punkt entscheiden Sie, ob Ihr Design oder Produkt ein Erfolg ist?
Wenn es ein Kassenschlager ist, veröffentlicht oder viel in den sozialen Medien geteilt wird - vor allem jetzt im digitalen Zeitalter weiß ich dann, dass es ein Erfolg ist.

Wie würden Sie ein gut gestaltetes Produkt definieren?
Wenn es keine Notwendigkeit für eine Betriebsanleitung gibt und jeder Verbrauer klar verstehen kann, egal wie alt er ist.

Was erwarten Sie von der Zukunft des Designs? Was sehen Sie als nächste große Sache voraus?
Traurigerweise geht das analoge Design verloren. Holografische Zeichnungen und Designs im virtuellen Raum werden das nächste große Ding. Alles wird 3D oder 4D sein.

Wie lange sind Sie schon in der Industrie?
Ich bin auf eine Design-Schule gegangen und bekam ein Jobangebot im Bereich Schuhdesign, noch bevor ich graduiert habe. Das ist jetzt sechs Jahre her.

Welcher ist der erste Schritt den Sie gehen, wenn Sie sich auf einen Design-Wettbewerb vorbereiten?
Ich recherchiere und sehe nach, was für andere in den letzten Jahren oder in den letzten Wettbewerben funktioniert hat. Dann schaue ich, was gerade Trend ist.

Wie sagen Sie Arbeitskollegen „nein“, während Sie an einem Produkt arbeiten?
Ich muss ihnen die Antwort geben, die sie nicht hören wollen. Am Ende des Tages hat man Verantwortungen.

Erzählen Sie uns mehr über Ihre Arbeitskultur.
Glücklicherweise arbeite ich mit großartigen Leuten in meinem Team und da es eine kleine Gruppe ist, fühlt es sich an, als wären wir eine Familie. Wir hängen sogar an freien Tagen zusammen ab. Die Unternehmenskultur bei VIBRAM ist schnell, frustrierend und spaßig.

Was kommt als Designer an erster Stelle: Ihr Business oder Ihre Kunden?
Definitiv der Kunde, denn in meinem Bereich sind sie diejenigen, die die Industrie bestimmen. Sie kaufen die Produkte und die, die zu einem begehrten Artikel werden, beeinflussen die nächsten Entscheidungen der Konsumenten.

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