Prof. Dr. Peter Zec

Professor Dr. Peter Zec: ein Portrait

Von 2005 bis 2007 bekleidete er die wichtigste Position, die man in der Designwelt innehaben kann: Professor Dr. Peter Zec (Jahrgang 1956) war Präsident des internationalen Dachverbandes der Industriedesigner Icsid (International Council of Societies of Industrial Design) und prägte in dieser Funktion die Geschicke des Designs in den letzten Jahren entscheidend mit. Er übernahm dieses Amt als erster Deutscher in der beinahe 50-jährigen Geschichte des Verbandes und wechselte turnusgemäß nach zwei Jahren in dessen Senat.
 
Die richtigen Voraussetzungen für diese Aufgabe brachte der Kommunikationsexperte mit. Seit 1991 steht er an der Spitze des international renommierten Design Zentrums Nordrhein Westfalen. In diesen Jahren eignet er sich ein profundes Wissen über Designgeschichte und die ökonomische Relevanz von Design an, veröffentlicht Bücher und Kompendien zum Thema Design und nimmt Einladungen zu Vorträgen in aller Welt an. Zec gewinnt die Anerkennung der Designwelt als leidenschaftlicher und kompetenter Verfechter des Designs. Durch die vielen internationalen Aktivitäten der Designförderinstitution entsteht nach und nach ein dichtes Netzwerk aus Designern, Designexperten, Unternehmern aus designrelevanten Branchen und Designlobbyisten, das die Basis seiner Tätigkeit als Designförderer bildet.

Im Oktober 2006 kürte ihn die WirtschaftsWoche, eines der wichtigsten deutschen Wirtschaftsmagazine, zu einem der „20 schöpferischen Querdenker, die das Gesicht ihrer Unternehmen veränderten oder völlig neue Märkte schufen.“

Doch der Vater von drei Kindern ist dem Thema Design nicht nur beruflich verbunden. Zec ist jemand, der Design lebt. Er liebt wohlgestaltete Autos und verehrt Charles und Ray Eames für ihre Sitzmöbel. Und als erklärter Verfechter des passenden Weinglases zum jeweiligen Wein erläutert er gerne in aller Ausführlichkeit, wie Form, Größe, Durchmesser und Schliff eines Glases den Geschmack des Weines beeinflussen.
 
Sein Designverständnis endet jedoch nicht bei Luxusartikeln. In all den Jahren hat er sich eine objektive Sicht auf die Designwelt bewahrt und sieht Design als komplexes Phänomen: „Neben den wirtschaftlichen hat Design auch wichtige soziokulturelle Aspekte, die stärker gefördert werden sollten. Dazu gehört auch und vor allem die Designausbildung. Denn gerade in industriellen Schwellenländern wird bei der Designausbildung heute noch hauptsächlich auf die Vermittlung von Wissen und die Adaption von bereits existenten Ideen und Gestaltungsformen gesetzt. Ziel muss jedoch sein, kreative, eigenständig denkende und mutige Jungdesigner heranzuziehen, die in der Lage sind, innovative Gestaltungslösungen für ihren eigenen Kulturkreis zu finden und so die Lebensqualität in ihren Ländern zu verbessern“, so Zec.

Als ehemaliger Icsid-Präsident hat Zec heute den Rang eines Icsid-Senators. Der Titel „Icsid-Senator“ wurde geschaffen, damit dem Verband die reiche Erfahrung und die Expertise der früheren Präsidenten erhalten und abrufbar bleiben. Die Senatoren bilden eine Art Rat der Weisen, das heißt, sie müssen in allen wichtigen Belangen konsultiert werden und ihr Einverständnis geben. Damit behalten sie einen großen Einfluss auf den Verband und die Designwelt.