Rauchende oder brennende Flüssigkeiten umschließen die Buchstaben
„BTW“ ist die Abkürzung für „By the Way“ und wird im Internet-Jargon verwendet
Das begleitende Buch dokumentiert das Projekt
„Kontrapunkt Miki“ steht zwischen dem Antiqua- und dem Sans-Serif-Design-Ansatz

20.09.2017

Mehr als nur Schrift: Typographie

2016 zeigte die Kategorie „Typographie“ erneut die große Bandbreite des Red Dot Award: Communication Design – Broschüren, Kataloge, Filmtitel, Informationssysteme, Magazine, Verpackungen, Piktogrammsysteme, Poster, Schriften und andere Projekte wurden von der Red Dot Jury bewertet. Zwei Red Dot: Best of the Best Siegerprojekte zeigen diese Vielfalt nahezu perfekt: „By the Way“ entwickelt von Thomas Wirtz und „Kontrapunkt Miki“ entworfen von der Kontrapunkt Group A/S.

„BTW“ und „AFK“ – eine Studentenarbeit kombiniert Typographie und physikalische Prozesse
Die Arbeit „By the Way – Typography and Material Behaviour“ ist ein freies Design-Experiment: Eine selbst kreierte Schriftart wurde in 3D gedruckt, so dass sie wie ein mit Glas bedecktes Labyrinth in einer Schachtel aussieht. Durch die Anwendung verschiedener physikalischer und chemischer Prozesse werden die Buchstaben von beispielsweise rauchenden oder brennenden Flüssigkeiten umschlossen. Einer der dadurch erzeugten visuellen Effekte ist eine Zeitlupe, die normalerweise nur digital realisiert werden kann. Diese analog-digitalen Gegensätze werden durch die genutzten Abkürzungen wie „AFK“ oder „BTW“, die aus dem Internet-Jargon bekannt sind, und durch die Kombination der begleitenden Medien unterstrichen. Mit Verweis auf die zugehörige Internetseite dokumentiert das begleitende Buch die Suche nach einer festen Größe während des Experiments, das Design der Schriftart inklusive der Entwicklung des 3D-Modells sowie die Studie der physikalischen Phänomene. Vor allem der experimentelle Charakter hat die Red Dot Jury überzeugt: „Dank der Vielzahl an physikalischen Experimenten erreicht die Typographie nicht nur ein neues visuelles Level, es wird auch mit digitalen und analogen Dimensionen gespielt – ein selbstständiger Ansatz mit einer beeindruckenden Perspektive in Bezug auf Konzept und Ästhetik.“

Die Schriftart „Kontrapunkt Miki“
Mit weniger Fokus auf Experimente, aber mit der Grundidee der gemeinsamen Nutzung konnten auch die Schriften von „Kontrapunkt“ die Red Dot Jury überzeugen. Die Schriftart „Kontrapunkt Miki“ ist das dritte Mitglied der freien Schriften von Kontrapunkt. Es wurde von der Entdeckung inspiriert, dass viele der Sans-Serif-Schriften in Ausdruck und Anwendung ähnlich sind. Deshalb hat „Kontrapunkt Miki“ mehr Persönlichkeit und ein breiteres Repertoire und steht zwischen dem Antiqua- und dem Sans-Serif-Design-Ansatz. Die Red Dot Jury war von ihrer „Reinheit“ und von der „Balance, [dem] Kontrast und der Charakteristik bezüglich der menschlichen Formen“ sowie von den dicken und dünnen Linien überzeugt. Ihrer Meinung nach ist das "Schriftbild erfrischend, elegant und unkompliziert". Außerdem ist es eine Idee, die nicht nur die Inspirationsquellen anerkennt, sondern auch die eigentlichen Entwürfe, die relevant und anwendbar sind.

Preisverleihung in Berlin zeigt die Sieger des Red Dot Award: Communication Design 2017
Auch in diesem Jahr wurden beim Red Dot Award: Communication Design viele spannende Arbeiten in der Kategorie „Typographie“ ausgezeichnet. Präsentiert werden diese und alle weiteren Sieger bei der Red Dot Gala im Konzerthaus Berlin am 27. Oktober 2017. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden sie hier.