Martha Trojnarski
Sergej Haas

19.06.2007

Martha Trojnarski und Sergej Haas fotografieren das Cover des red dot design yearbook 2007

Jedes Jahr gibt red dot kreativen Nachwuchsfotografen die Chance, eines der im red dot award: product design prämiierten Produkte als „Designzitat des Jahres“ auf den Titel des Jahrbuchs zum red dot award: product design zu bringen. Das Designzitat 2007 stammt von Martha Trojnarski und Sergej Haas, zwei Kommunikationsdesignstudenten der Bergischen Universität Wuppertal.

 

In einem Interview sprachen die Cover-Gestalter des diesjährigen red dot design yearbooks mit uns über die Herausforderung dieser Aufgabe, über die Intention ihres Entwurfs und gewährten uns einen Einblick in die Philosophie ihrer Arbeiten.

red dot: Martha Trojnarski, Sergej Haas, Sie sind die Cover-Gestalter des diesjährigen red dot design yearbook. Mit Ihrer Arbeit haben Sie sich gegen zahlreiche Bewerber durchsetzen können. Was hat Sie an der mobilen Festplatte Freecom ToughDrive Pro so besonders fasziniert, dass Sie sie für Ihre Arbeit ausgewählt haben?

Martha / Sergej: Als erstes sollte man erwähnen, dass es nicht sehr einfach war, aus der Masse der innovativen Produkte ein bestimmtes herauszusuchen.

Nicht die Innovation, sondern der spielerische Aspekt im Designbereich hat uns dazu bewogen dieses Produkt auszuwählen. Die Form, die Anmutung und das Design haben uns viele Möglichkeiten in der Gestaltung des Layouts gegeben.

red dot: Welche Idee steckt hinter Ihrem Coverentwurf?

Martha / Sergej: Die Innovation der Festplatte ist zum einen das integrierte USB-Kabel, und zum anderen die silikonbeschichtete Oberfläche für den Schutz der Festplatte. Das elastische USB-Kabel ermöglichte uns einen größeren Gestaltungsraum. Die Ausarbeitung und Verfremdung der ursprünglichen Festplatte ist mit Hilfe von zeichnerischen und fotografischen Elementen geschehen. Dabei haben wir bewusst den Body der Festplatte zeichnerisch reduziert und das USB-Kabel fotografisch hervorgehoben. Das USB-Kabel haben wir aus seiner ursprünglichen Form losgelöst und auf schwungvolle Art ein plakatives Bild erzielt. 

red dot: Was bedeutet die Wahl zum Titelbildgestalter des red dot design yearbook, das mit einer Auflage von 10.000 Exemplaren erscheint und in der ganzen Welt vertrieben wird, für Sie?

Martha / Sergej: Die Wahl zum Titelbildgestalter des red dot design yearbook bedeutet uns beiden natürlich sehr viel. Es ist sehr schön, dass unsere künstlerische, designerische und technische Art die Juroren überzeugt hat. Diese Anerkennung bestärkt uns auf unserem weiteren Wege. Es macht uns stolz, dass unsere Arbeit Zuspruch gefunden hat.

red dot: Sie haben das Cover zu zweit gestaltet, wie sah die Aufgabenverteilung dabei aus?

Martha / Sergej: Der Anfang jeder Arbeit im Designbereich beginnt mit einer Idee im Kopf. Diese Idee haben wir zunächst gemeinsam im Fotostudio umgesetzt. Die Nachbearbeitung der Daten geschah unabhängig voneinander – jeder von uns konnte zusätzlich seinen Ideen freien Lauf lassen.

Zu unserer Freude beinhaltet der finale Abschluss des Covers gleichermaßen Ideen von uns beiden. Die Zusammenarbeit hat sehr viel Spaß gemacht und führte relativ schnell und effektiv zum gewünschten Erfolg.

red dot: Welches Thema prägt Ihre Arbeiten besonders? Gibt es eine Kernaussage im Wesen Ihrer Arbeiten?

Martha: Zurückblickend auf meine Arbeiten kann man feststellen, dass ich sehr häufig die Menschen zum Thema gemacht habe. Sei es der direkte Umgang mit Menschen, indem man sie fotografisch abbildet, oder indirekt, wenn bestimmte Objekte die Assoziation mit Menschen zulassen und ihre Lebensweise darstellen. Es ist ein breites Feld an unerschöpflichen Möglichkeiten.

Sergej: In meinen Arbeiten wird unterschiedliche Materie behandelt. Mich reizen vor allem fotografische Experimente. Neue, interessante Wege zu finden Motive effektvoll ins Licht zu setzten. Dabei ist es mir wichtig die Ästhetik immer konzeptuell zu kommunizieren.

red dot: Wovon lassen Sie sich inspirieren?

Martha: Meine Inspiration hole ich mir aus dem alltäglichen Leben. Man schaut in die Welt hinaus und entdeckt spontan neue und vielfältige Ideen. In den meisten Fällen gehe ich nicht systematisch vor - durch spontane Ideen kann ich meine Projekte umsetzen. Zwang führt selten zum Erfolg.

Sergej: Am liebsten begebe ich mich an die Ideenfindung, indem ich Assoziationen knüpfe. Man schöpft aus eigenem Fundus gespeicherter visueller Eindrücke, die man aus unterschiedlichsten Quellen sammelt. Deshalb versuche ich möglichst weltoffen zu sein und vielerorts etwas Visuelles mitzunehmen: z.B. auf Reisen, in Museen, Theatern oder Internet.

red dot: Wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft aus?

Martha / Sergej: In naher Zukunft ist es wichtig für uns beide, dass wir unser Diplom an der Universität Wuppertal erfolgreich absolvieren und danach einen reizvollen Weg finden unsere Kreativität professionell auszuleben.

Das red dot design yearbook 2006/2007 erscheint pünktlich zur Preisverleihung am 25. Juni 2007. Sie können es schon jetzt hier in unserem bookshop online bestellen.