Besucher bei der Eröffnung zu „Dauernde, nicht endgültige Form“
Historische Fotos geben Einblick in die Geschichte des Hauses Industrieform
Die Ausstellung „Dauernde, nicht endgültige Form“
Fotos rekonstruieren Ausstellungen im Amerikahaus
Die nachgebildete „Stuhlarena“
Das Ausstellungsplakat

13.08.2015

„Dauernde, nicht endgültige Form“: von der Industrieform zum Red Dot (1980 - 1997)

Noch bis zum 23. August 2015 präsentieren das Red Dot Design Museum und das Ruhr Museum unter der Schirmherrschaft von Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert die Ausstellung „Dauernde, nicht endgültige Form“. Sie erzählt in Halle 5 auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein „60 Jahre Designgeschichte in Essen - von der Industrieform zum Red Dot“. Im Zentrum der Ausstellung steht der Werdegang des heutigen Design Zentrums Nordrhein Westfalen, das den weltgrößten Designwettbewerb organisiert, den international anerkannten Red Dot Award.

Der Ausstellungstitel „Dauernde, nicht endgültige Form“ ist ein Zitat der Journalistin Clara Menck, das im Zusammenhang der ersten Ausstellung zur Industrieform entstand. Es beschreibt Design als permanente Aufgabe, die von uns geschaffene Umwelt zu optimieren und damit unsere Existenz zukunftsfähig zu machen. So wie sich Design im Laufe der Jahre stetig verändert und weiterentwickelt hat, ist auch das Design Zentrum Nordrhein Westfalen in den vergangenen sechzig Jahren stets am Puls der Zeit geblieben.

1954 wird auf Initiative der Industrie sein Vorgänger, der Verein „Industrieform e. V.“, gegründet. Ab 1955 präsentiert er im Kleinen Haus der Villa Hügel die „Ständige Schau formschöner Industrieerzeugnisse“. Diese ist ab 1961 in der Alten Synagoge in der Essener Innenstadt zu sehen. 1979 zerstört ein Brand nach einem Kurzschluss die Ausstellung und den Innenraum. Ein neuer Standort wird gesucht und gefunden.

Amerikahaus (1980 - 1988)
Der Brand in der Alten Synagoge hat eine Unterbrechung der Geschichte des Hauses Industrieform zur Folge, denn erst nach anderthalb Jahren kann der neue Standort im Amerikahaus eröffnet werden. Dieses Gebäude war 1952 als Informationszentrum für amerikanische Kultur und Lebensweise errichtet worden; nach seiner Schließung 1964 wurde es zum Sitz des Essener Oberbürgermeisters. Das Amerikahaus liegt zentral in der Stadt, ist aber deutlich kleiner als die Alte Synagoge. Der Umzug spiegelt so auch die abnehmende Bedeutung des Hauses Industrieform wider. Die inhaltliche Orientierung geht in diesen Jahren näher zum Verbraucher: mit Ausstellungen über die Gestaltung von Plastiktüten, von Autoaufklebern oder Gebrauchslösungen im Wohnbereich in Kooperation mit der IKEA-Stiftung.

Ehemalige Stadtbibliothek (1988 - 1997)
Mit dem Umzug in die Alte Stadtbibliothek beginnt eine umfassende Neuorientierung des Hauses Industrieform. 1990 ändert sich der Name in Design Zentrum Nordrhein Westfalen. Ein neues Corporate Design spiegelt den Wandel der Identität. Zwei Jahre später wird zum ersten Mal der rote Punkt als Auszeichnung vergeben und der Kongress „Design quo vadis?“ lotet die Zukunftsperspektiven aus.

1993 wird ein eigener Wettbewerb für Kommunikationsdesign ausgerufen. Zudem präsentiert sich die „Ständige Design-Schau“ im gleichen Jahr nach einer Umbauphase von nur vier Monaten  in neuem Licht. Auf 1.500 Quadratmetern Ausstellungsfläche werden rund 700 Produkte gezeigt. Die sogenannte „Stuhlarena“ steht stellvertretend für das damalige Konzept zur Neugestaltung der Ausstellungsräumlichkeiten des Design Zentrums: Peter Zec wagt, Farbe in die Ausstellung zu bringen, und beauftragt die Innenarchitektin Angela Oedekoven mit der Raumgestaltung. Das Ergebnis ist eine Emotionalisierung der Präsentation. Darüber hinaus unterstreichen Ausstellungen u. a. in Tokio, Singapur und Taipeh die nunmehr internationale Ausrichtung, wobei Asien zu einem Schwerpunkt wird. Schon 1995 wird im Design Zentrum eine Studie über die Möglichkeit angefertigt, den Standort Zollverein zu einem Design-Park zu qualifizieren.

Die Entwicklung nach dem Umzug ins Kesselhaus auf Zollverein und die weitere Geschichte von der Industrieform zum Red Dot ab 1997 wird in Kürze in Teil 3 präsentiert. Die gesamte Geschichte erzählt die Ausstellung „Dauernde, nicht endgültige Form“ noch bis zum 23. August 2015 in Halle 5 auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein: Aktuelle wie historische Exponate werden gezeigt, Elemente vergangener Präsentationen rekonstruiert und neben Plakaten und Fotografien aus sechs Jahrzehnten auch die Erlebnisse von Zeitzeugen dokumentiert.

„Dauernde, nicht endgültige Form“
60 Jahre Designgeschichte in Essen - von der Industrieform zum Red Dot
Eine gemeinsame Ausstellung von Ruhr Museum und Red Dot Design Museum

Ausstellungsdauer
Bis 23. August 2015

Ausstellungsort
UNESCO-Welterbe Zollverein
Areal A [Schacht XII], Halle 5 [A5]
Gelsenkirchener Straße 181
45309 Essen

» Weitere Informationen zur Ausstellung
» Von der Industrieform zum Red Dot (1954 - 1979)