Die Eröffnung der Ausstellung fand vor vollem Haus statt
Das „Sailing Urinal“, gestaltet von Dirk Schumann
Drei Redner hießen die Gäste im Red Dot Design Museum willkommen
Prof. Dr. Peter Zec, Initiator und CEO des Red Dot Awards
Lili Tao, stellvertretende Generalkonsulin der Volksrepublik China in Düsseldorf
Xu Huan, Vice General Manager der Xiamen Culture Media Group
Im Anschluss an die Grußworte konnten Besucher die Ausstellung besuchen
Auftakt der Ausstellung im Red Dot Design Museum
Viele Designprodukte, die in der Ausstellung zu sehen sind, sind das Ergebnis internationaler Kooperationen
Das „SOCO Color Electric Motorcycle“ im Red Dot Design Museum
Noch bis zum 3. Juni können Besucher chinesisches Design im Red Dot Design Museum erleben

08.05.2018

Chinesisches Design zu Gast im Red Dot Design Museum: Neue Ausstellung eröffnet

Vor vollem Haus fand am Abend des 3. Mai 2018 die Eröffnung der Sonderausstellung „China Good Design: New Asian Moods and Award-Winning Products“ statt. Die Ausstellung zeigt noch bis zum 3. Juni erstmalig in Deutschland Produkte, die in den letzten drei Jahren beim Wettbewerb „China Good Design“ prämiert wurden. Die rund 90 Exponate stammen aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen und gewähren einen ebenso spannenden wie interessanten Einblick in den State of the Art chinesischer Produktkultur. Unter die Gäste hatten sich auch einige Preisträger des Wettbewerbs „China Good Design“ gemischt – zum Beispiel der deutsche Designer Dirk Schumann, der mit seinem „Sailing Urinal“ für das chinesische Unternehmen Jomoo Kichen & Bath 2017 als „Gold Winner“ ausgezeichnet wurde.


„Chinesische Gestaltungsleistungen sind international wettbewerbsfähig“

„Es ist wohl das erste Mal, dass chinesische Produkte von einer solch hohen Qualität in Deutschland gezeigt werden“, betonte Gastgeber Professor Dr. Peter Zec, Initiator und CEO des Red Dot Design Awards, in seinen einleitenden Worten die Bedeutung der Ausstellung. „Die präsentierten Produkte sind ein deutliches Anzeichen dafür, dass chinesische Gestaltungsleistungen mittlerweile international wettbewerbsfähig sind. Sie haben ein wirklich originäres, zeitgemäßes Design.“ Das stelle nicht zuletzt ihre Auswahl im Wettbewerb „China Good Design“ sicher: „Dieser Wettbewerb ist frei von Beeinflussung von außen. Es ist ein Wettbewerb von der Industrie für die Industrie und das einzige Kriterium für eine Auszeichnung ist die Qualität der Produkte. Außerdem ist es ein starkes Label, das Konsumenten wie Unternehmen gleichermaßen Orientierung bietet.“  

„Design hat in China eine noch nie dagewesene Bedeutungsentwicklung erfahren“

Die stellvertretende Generalkonsulin der Volksrepublik China in Düsseldorf, Lili Tao, kam ebenfalls zur Vernissage und freute sich über die Kooperation zwischen Red Dot und der Xiamen Culture Media Group, die 2015 in der Gründung des Wettbewerbs „China Good Design“ mündete, da Red Dot international Maßstäbe setze, wenn es um die Beurteilung hervorragenden Industriedesigns gehe. „Industriedesign hat in China noch keine lange Geschichte, aber dank des wirtschaftlichen Aufschwungs der letzten Jahre hat Design eine noch nie dagewesene Entwicklung seiner Bedeutung erfahren – immer mehr Unternehmen erkennen, dass Industriedesign der Ausgangspunkt der Innovations- und die Quelle der Wertschöpfungskette ist.“ Zudem sei Design auch wesentlicher Bestandteil der „Made in China“-Politik, die bis 2025 Wirklichkeit werden soll, weshalb es ein Anliegen sei, die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu fördern – ein Wettbewerb wie China Good Design helfe dabei.  

Xu Huan, Vice General Manager der Xiamen Culture Media Group, dankte in ihrem Grußwort Professor Dr. Zec und Red Dot für die seit 2012 andauernde, gute und enge Kooperation und stellte abschließend noch einmal die Bedeutung des Wettbewerbs für chinesische ebenso wie internationale Unternehmen heraus. „Allein im vergangenen Jahr haben sich Designer und Unternehmen aus 20 Nationen mit mehr als 6.000 Produkten um die Auszeichnung beworben. Wir freuen uns, dass die Gewinner jetzt auf Tour gehen. Die Präsentation im Red Dot Design Museum in Essen ist ein wundervoller Auftakt. Danach freuen wir uns auf Ausstellungen in Italien, Spanien und Malta.“  

Produkte im Spannungsfeld zwischen fernöstlicher und westlicher Kultur

Die Besonderheit der Exponate, die Besucher im Anschluss an die Grußworte in der Ausstellung erleben konnten, besteht darin, dass sie sich im Spannungsfeld zwischen asiatischen Gestaltungstraditionen einerseits und der notwendigen Internationalisierung der Produkte andererseits bewegen. Sie schlagen einen Bogen zwischen fernöstlicher und westlicher Kultur, zwischen traditionellen Gestaltungseinflüssen und neuesten Technologien – und beziehen daraus ihren ganz besonderen Charme.

So sind in der Ausstellung etwa einige Produkte aus Bambus zu sehen. Gras gehört zu den am schnellsten nachwachsenden Rohstoffen der Welt. Und auch seine Eigenschaften als Werkstoff können sich sehen lassen: Er ist leicht, hart und dabei besonders flexibel, belastbar und vibrationsdämpfend – und zu allem Überfluss völlig natürlich und sehr nachhaltig. Genau deswegen wird er in der asiatischen Architektur und Produktkultur seit Jahrhunderten geschätzt und erlebt in unserer Zeit eine Renaissance. Zugleich stabil und biegsam, eignet sich Bambus sowohl als Baustoff für die Bauindustrie als auch für die Produktion leichter Möbelstücke. Sogar Brillen und Fahrräder werden heute aus dem holzähnlichen Gras gefertigt.

China und die Welt
Viele Designprodukte, die in dieser Ausstellung zu sehen sind, sind das Ergebnis internationaler Kooperationen. Nachdem China einige Jahrzehnte lang nur als verlängerte Werkbank des Westens galt, ist das Land mittlerweile selbst zum Big Player auf dem globalen Markt avanciert. Und das ist nicht weiter verwunderlich: Die Wirtschaft wächst rasant und der Absatzmarkt für Produkte und Konsumgüter ist selbst im eigenen Land schon riesig, was den chinesischen Markt für einheimische wie ausländische Unternehmen attraktiv macht. Und wo immer mehr Produkte um die Gunst der Konsumenten konkurrieren, müssen sich diese voneinander abgrenzen und auf sich aufmerksam machen. So holen chinesische Hersteller erfahrene, westliche Designer an Bord, um Produkte mit hoher Designqualität zu entwickeln. Umgekehrt kooperieren westliche Unternehmen mit chinesischen Designern, um näher am asiatischen Markt zu sein, wie etwa das französischen Unternehmen Lexon, das 2009 eine Dependance in China gründete und mit Designern vor Ort zusammenarbeitet.

Chinesisches Design erleben
China hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten eindrücklich gezeigt, dass mit einer intensiven Produktion auch ein wachsendes Bewusstsein für Design einhergeht. Das Land ist längst nicht mehr reiner Produktionsstandort. Hier entstehen Designinnovationen und gutes Industriedesign. Ausgezeichnete Beispiele können Besucher bis 3. Juni in der Ausstellung „China Good Design: New Asian Moods and Award-Winning Products“ erleben.

„China Good Design: New Asian Moods and Award-Winning Products“
bis 3. Juni 2018
Red Dot Design Museum Essen
Welterbe Zollverein
Areal A [Schacht XII], Kesselhaus [A7]
Gelsenkirchener Straße 181
45309 Essen

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