Entwürfe „made in Germany“ überzeugen regelmäßig im Red Dot Award: Communication Design
Die Buchillustration „Das Kamasutram des Vatsyayana Mallanaga“
Florian Althans illustrierte 20 Grafiken des Liebesaktes auf unkonventionelle Weise
Die “FEEDitBAG” hinterließ bei der Red Dot Jury einen nachhaltigen Eindruck
Die FEEDitBAG ist eine smarte Alternative zu den dünnen Plastikbeuteln, die in Supermärkten zum Verpacken von Obst und Gemüse angeboten werden
Das Key Visual des Rosa-Schapire-Kunstpreises ist ein auf dem Kopf stehendes „R“, das die Idee des freien Geistes repräsentiert
Das leuchtende Pink des Corporate Designs erregt Aufmerksamkeit und kontrastiert mit Bronze-Tönen und Weißräumen

23.05.2018

„Made in Germany“ – ausgezeichnetes Kommunikationsdesign

Das Label „Made in Germany“ wurde Ende des 19. Jahrhunderts eingeführt, um britische Konsumenten vor vermeintlich minderwertigen Produkten und Kopien aus dem Deutschen Reich schützen. Die Herkunftsbezeichnung avancierte jedoch zu einem Gütesiegel, das heute international geschätzt wird. Design „made in Germany“ ist für seine hohe Qualität bekannt sowie dafür, dass es in der Formgebung auf internationalem Parkett hohe Standards setzt. Deutsche Gestaltungen stehen aber nicht nur für hochwertige Ingenieursarbeit und Qualitätsprodukte, sondern auch für ausgezeichnetes Kommunikationsdesign.

„Good design is good business“
„Good design is good business“ – diesen Satz prägte IBM-Präsident Tom Watson jr. in den 1950er Jahren und er gilt nach wie vor. Gutes Design hat sich zum entscheidenden wirtschaftlichen Distinktionsmoment entwickelt – in Hinblick auf das Industrie- als auch das Kommunikationsdesign. Stark geprägt vom Bauhausstil und der Hochschule für Gestaltung (HfG) Ulm, stellt deutsches Design eine gelungene Verbindung zwischen Tradition und Zukunft her.

Tradition und Innovation
Als eines der ältesten und bekanntesten Standardwerke über das menschliche Sexualverhalten gilt das Kamasutra. Eine gestalterische Neuinterpretation erfuhr es durch den Bremer BROTLOS Verlag. Die Buchillustration „Das Kamasutram des Vatsyayana Mallanaga“ schuf Florian Althans. Er illustrierte 20 Grafiken des Liebesaktes auf unkonventionelle Weise. Selbstbewusst und frech, doch zugleich wie in flagranti ertappt erstarrt blicken die Protagonisten den Leser an und nehmen ihm damit jede Möglichkeit des Voyeurismus.

Der Minimalismus der Motive zeigt alles und nichts und erzielt dadurch eine Ästhetik, die auch die Jury des Red Dot Award: Communication Design 2017 begeisterte: „Die Illustrationen in diesem Buch repräsentieren eine völlig neue Art der Visualisierung des Kamasutras. Mit ihrem piktografischen Stil weichen sie völlig von traditionellen erotischen Illustrationen ab und erreichen einen künstlerisch abstrakten, gleichwohl unmissverständlich direkten Ausdruck, der voller Humor und erfrischender Ästhetik ist.“ Für die hohe gestalterische Qualität und die Kreativität der Arbeit vergaben die Experten den Red Dot: Best of the Best.

Deutsches Design überzeugt nachhaltig
Design „made in Germany“ beschäftigt sich aber nicht nur mit den schönen Dingen des Lebens, sondern widmet sich auch gesellschaftlichen Problemen. In der Kategorie „Social Responsibilty“ hinterließ die “FEEDitBAG”, gestaltet von Cheil Germany für das Edeka Scheck-in-Center Frankfurt, einen nachhaltigen Eindruck und wurde mit dem Red Dot: Best of the Best prämiert. Die Werbekampagne thematisiert das Umweltproblem Plastikabfall und zeigt eine intelligente Lösung auf, wie man beispielsweise im Supermarkt einen Beitrag zum Erhalt des ökologischen Gleichgewichts leisten kann.

Die FEEDitBAG ist eine nachhaltige Alternative zu den dünnen Plastikbeuteln, die in Supermärkten zum Verpacken von Obst und Gemüse angeboten werden. Sie soll Konsumenten für das Problem sensibilisieren und dazu beitragen, dass sie ihr Verhalten langfristig ändern. Hergestellt wurde die Tasche aus Mater-Bi, einem Maisstärke-Material, das in nur zehn Wochen vollständig biologisch abgebaut wird. Nachdem der Beutel als Einkaufstasche gedient hat, kann der Konsument ihn für Bio-Abfall nutzen und schließlich im Garten kompostieren. Verschiedene Saaten, die in den Beutel integriert wurden, treiben nach wenigen Wochen aus und erzeugen so neues Leben.

Poster und Flyer erregen am Point of Sale die Aufmerksamkeit der Konsumenten, informieren diese über die Initiative und laden sie ein, auf einer Website über das nächste Motiv abzustimmen. Dieses erklärt, welche Pflanze aus der Tüte wächst. Die Red Dot Jury begründete in ihrem Statement die Vergabe der höchsten Einzelauszeichnung: „Die FEEDitBAG basiert auf einer brillanten Idee, da die Tasche anstatt die Umwelt zu zerstören – und damit letzten Endes Leben – selbst die Saat für neues Leben in sich birgt. Es handelt sich um eine Idee, von der wir hoffen, dass sie Anerkennung findet und langfristig weitgehend übernommen wird. Darüber hinaus überzeugt die FEEDitBAG mit einem exzellenten Design – wunderschöne Illustrationen und eine klar lesbare Botschaft auf den Beuteln unterstützen die Vermittlung und Verbreitung der Idee effektiv.“

Die Idee des freien Geistes
Der Rosa-Schapire-Kunstpreis erhielt selbst eine Auszeichnung – für sein Corporate Design. Für dessen Gestaltung beauftragten die Freunde der Kunsthalle e.V. die Peter Schmidt Group aus Hamburg. Das Besondere an dem Kunstpreis ist, dass er nicht von einer Jury, sondern von einer namhaften Einzelperson vergeben wird, die von den Initiatoren des Preises bestimmt wird. Dieser mutige Vergabeprozess verlangte nach einer ebenso kraftvollen visuellen Identität, die auch Rosa Schapire (1874 – 1954) Tribut zollt, einer ungewöhnlichen Kunstmäzenin, -historikerin und -sammlerin.

Das Key Visual besteht aus einem auf dem Kopf stehenden „R“, das die Idee des freien Geistes repräsentiert, mit einer prägnanten Serifenschrift, die den Dorn einer Rose symbolisiert. Sein leuchtendes Pink erregt Aufmerksamkeit und kontrastiert mit Bronze-Tönen und Weißräumen, um die Natur dieses Kunstpreises dynamisch widerzuspiegeln. Das flexible Key Visual kann in Print- wie Online-Medien genutzt werden, ebenso wie als räumliche Installation oder als intuitive Beschilderung in der Galerie und nicht zuletzt als Trophäe selbst.

Die Red Dot Jury, die der Arbeit 2017 den Red Dot: Best of the Best verlieh, erklärte: „Aus der Idee dieses Corporate Designs – das „R“ des Key Visuals einfach umzudrehen, um den rebellischen Ansatz widerzuspiegeln, den der Kunstpreis und seine Namensgeberin verkörpern – ist eine höchst angemessene und konsistente Implementation hervorgegangen.“ Darüber hinaus lobten die Experten, dass das Corporate Design einen starken Eindruck hinterlasse und illustriere, was Kunst auszudrücken vermag.

Deutsches Design im Wettbewerb
Um künftig weiterhin auf dem internationalen Markt erfolgreich zu sein, stellen deutsche wie internationale Gestalter und Unternehmen ihre Leistungen und ihr Know-How regelmäßig auf den Prüfstand. Eine Plattform für die Evaluierung von Kommunikationsdesign bietet unter anderem der Red Dot Award. Aktuell sind die Macher und Auftraggeber von Kommunikationsarbeiten aufgerufen, zu zeigen, wie man heute kreativ und hochqualitativ kommuniziert. Die Teilnahmephase für das Wettbewerbsjahr 2018 läuft nur noch bis 15. Juni.

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